Bundesliga

Ballack: "Werner muss sich an das höhere Tempo in England gewöhnen"

Ex-DFB-Kapitän sieht den anstehenden Wechsel rundum positiv

Ballack: "Werner muss sich an das höhere Tempo in England gewöhnen"

Michael Ballack

Kennt sich aus an Chelseas Stamford Bridge und traut Timo Werner den Wechsel voll zu: Michael Ballack. picture-alliance

Grundsätzlich steht der frühere Nationalmannschaftskapitän dem sich anbahnenden Deal sehr positiv gegenüber. Er nannte diesen möglichen Schritt eine "gute Entscheidung für beide Seiten" und konkretisierte: "Für Timo, weil er dorthin passt, weil die Art Fußball zu spielen für ihn passt", so Ballack in der Sendung "Wontorra - der Fußball-Talk" des TV-Senders Sky.

Für den 24-jährigen Stürmer, der bei den Bundesliga-Torjägern als Zweiter hinter Robert Lewandowski vom FC Bayern (aktuell 30 Saisontreffer) bereits 25 Mal ins Schwarze traf, ist laut Ballack der FC Chelsea auch genau die richtige Adresse auf der Insel - auch der Klopp-Klub FC Liverpool hatte sich für den Leipziger interessiert. "Ich glaube, mit Chelsea hat er sich für einen Verein entschieden, wo er eine größere Chance hat zu spielen, was sehr wichtig ist für ihn", so Ballack, der selbst zwischen 2006 bis 2010 für die Blues aus London gespielt hatte.

Nachdem die Elf von Trainer Frank Lampard in den vergangenen Jahren nicht mehr zum allerengsten Kreis der Titelanwärter in der Premier League zählte, sieht es so aus, als würde Chelsea nun wieder mehr angreifen wollen. "Die Mannschaft wird erneuert, sie wird mit Sicherheit verstärkt, auch in Chelsea wird viel Geld in die Hand genommen, um wieder ganz oben anzuklopfen", sagt Ballack über den aktuellen Tabellenvierten. "Da wird eine gute junge Mannschaft aufgebaut, das ist sehr vielversprechend."

Ein Wechsel zu einem Topklub ins Ausland befördere immer auch die Karriere in der Nationalmannschaft, in der der treffsicherste deutsche Stürmer noch immer auf den ganz großen Durchbruch wartet. Werner werde laut Ballack in der DFB-Auswahl den "den nächsten Schritt machen", denn durch einen Auslandswechsel zu einem renommierten Klub "wird sich das Standing erhöhen".

"Der Rhythmus ist natürlich viel intensiver"

Natürlich geht das nicht von alleine, ein Vertrag bei einem englischen Topklub befördert einen nicht automatisch unter die erste Elf von Bundestrainer Joachim Löw. Vor allem hofft Ballack, dass sich Werner schnell eingewöhnt. In der Premier League erwarte Werner "eine gewisse Härte im positiven Sinne, dass er mit noch besseren Spielern zusammenspielt", so der 98-malige Nationalspieler. Trotz Werners Schnelligkeit auf dem Platz, glaubt Ballack, dass sich der Noch-Leipziger an das höhere Tempo gewöhnen müsse. "Der Rhythmus ist natürlich viel intensiver als in Deutschland. Gerade für Stürmer ist es viel intensiver, es gibt viel mehr Zweikämpfe."

50 Millionen Euro Ablöse

Zuletzt hatte der kicker berichtet, dass Werner die Entscheidung über seine sportliche Zukunft gefällt habe. Der Nationalstürmer wolle ab der nächsten Spielzeit für den FC Chelsea spielen - dafür sollen in der kommenden Woche die letzten Modalitäten geklärt und der ausgehandelte Fünf-Jahres-Vertrag unterschrieben werden. Werner verfügt über eine Ausstiegsklausel zum 15. Juni. Nach kicker-Informationen liegt die festgeschriebene Summe bei 50 Millionen Euro und ist damit nicht so hoch wie bislang angenommen. Bisher war kolportiert worden, dass die Leipziger knapp 60 Millionen Euro kassieren.

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bst

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