3. Liga

Oral: "Künstler sind spezielle Fußballer"

Ingolstadt empfängt den Tabellenvorletzten Großaspach

Oral: "Künstler sind spezielle Fußballer"

Tomas Oral

Beobachtet seine Profis ganz genau: Tomas Oral. imago images

Auf dem Papier eine Pflichtaufgabe, doch der der Gegner hat mit einem Auswärtssieg (1:0) beim Chemnitzer FC aufhorchen lassen und ein starkes Lebenszeichen gesendet. Wie wichtig ein Schanzer Dreier wäre, beweist ein Blick auf die Tabelle. Sollte die SpVgg Unterhaching nicht bei Preußen Münster gewinnen, würde man den derzeitigen Tabellendritten FC Bayern München II vom Relegationsplatz verdrängen.

Nachdem der Re-Start misslang und das neu eingeübte 4-3-3 System gegen den FC Bayern München II (1:2) keinen Erfolg gebracht hatte, machte sich Orals Rückkehr zum bewährten 4-4-2 System mit Doppelsechs sofort bezahlt. Doch nicht nur dieser taktische Kniff brachte den FCI besser ins Spiel, auch die neue Flügelzange Filip Bilbija und Maximilian Wolfram hatte erheblichen Anteil an der Leistungssteigerung. Wolfram, der im ersten Spiel ziemlich unglücklich agiert hatte, sich vor dem ersten Gegentor hatte tunneln lassen, steigerte sich erheblich. Dass ausgerechnet der Sommerneuzugang aus Jena, der in der laufenden Saison ausschließlich Reservist war, mit einem Traumfreistoß den Sieg erzielte, war kein Zufall.

Wobei der FCI-Trainer auch Wolframs erstem Auftritt nicht so kritisch sah: "Maxi hat auch gegen Bayern II kein schlechtes Spiel gemacht. Er war am Treffer von Marcel Gaus beteiligt und hätte auch das zweite vorbereitet, wenn der Bilbija das Tor macht." Und legte noch nach: "Man kann einen Spieler nicht immer gleich rasieren, wenn es mal nicht läuft. Er hat bei uns lange nicht gespielt, war zuvor in Jena aber immer Stammspieler. Anlaufschwierigkeiten sind im neuen Klub keine Seltenheit, ein Neuzugang braucht auch die Unterstützung des Trainers und vom Umfeld."

Daher überraschte Oral die Leistungssteigerung seines linken Offensivspielers gegen Unterhaching nicht. Viel mehr fand er eine plausible Erklärung dafür: "Maxi ist ein Künstler und Künstler sind spezielle Fußballer. Seinen speziellen Fuß hat man bei der Ausführung des Freistoßes gesehen - so eine Qualität habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Deshalb wäre ich schlecht beraten, wenn ich so einen Unterschiedsspieler, nach einer schwächeren Leistung fallen lasse."

Gaus drängt nach Gelb-Rot Sperre zurück in die Startelf

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Pluspunkt ist, dass die Schanzer seit einer gefühlten Ewigkeit aus dem Vollen schöpfen können. Vizekapitän Gaus hat seine Gelb-Rot Sperre, die er gegen Bayern II kassiert hatte, verbüßt und drängt zurück in die Startelf. Ob er als Linksverteidiger zurückkehren darf oder ob weiterhin Peter Kurzweg im Team bleibt ist noch ungewiss? Oral wird sich genau überlegen, ob er seinen bewährten Kräften weiter vertraut oder die Rotationsmaschine anwirft.

Bernd König