Bundesliga

"Hatten wir so geplant": Petersen erklärt Siegtor

Rekord-Joker gibt neue Ziele aus

"Hatten wir so geplant": Petersen erklärt Siegtor

Christian Streich, Nils Petersen

Glückliches Händchen: Christian Streich wechselt Nils Petersen (re.) ein - eine Minute später steht es 1:0 für Freiburg. imago images

Auch wegen Petersens Siegtreffer ist Freiburg seit nunmehr zwölf Heimspielen gegen Mönchengladbach ungeschlagen (zehn Siege, zwei Remis). Die letzte Heimniederlage gegen die Fohlen kassierten die Breisgauer im Jahr 2002 und bauten damit ihre Rekordserie aus: Gegen keinen Verein hatte der SCF in seiner Bundesliga-Geschichte eine so lange Heimserie.

Und auch für Petersen selbst ist Mönchengladbach eine Art Lieblingsgegner. Das Tor zum 1:0 war bereits sein vierter gegen die Borussia, kein Freiburger traf so oft gegen die Elf vom Niederrhein. Und dann wäre da natürlich noch die übergreifende Geschichte des Tages: 24. Joker-Tor, Bundesliga-Rekord ausgebaut - und diesmal stellte Petersen seine Qualitäten geradezu demonstrativ zur Schau: Gute 60 Sekunden stand er auf dem Platz, als er eine Freistoßflanke mit seinem ersten Ballkontakt zum siegbringenden Treffer einköpfte.

Petersen zum Siegtor: "Ich konnte gar nicht richtig jubeln"

"Wir hatten das so geplant", beschrieb Petersen die Situation, die zum Erfolg geführt hatte, bei DAZN. "Wir stellen ein paar Spieler ins Abseits, die darauf hoffen, dass die Abseitslinie verschoben wird." Genau das geschah, Petersen kam sträflich freistehend zum Kopfball, befand sich aber deutlich nicht in der verbotenen Zone. "Ich konnte erst gar nicht richtig jubeln, weil ich dachte, es ist vielleicht Abseits", gab auch Petersen zu. "Ich wusste nicht, ob jemand das Abseits aufhebt in meinem Rücken."

Insgesamt war es Petersens dritter Joker-Treffer in dieser Saison, erst vor eineinhalb Wochen hatte er beim 3:3 in Frankfurt nach Einwechslung zugestochen. Nach einem Startelfeinsatz gegen Leverkusen kam der Routinier nun erneut von der Bank - und prompt klappte es wieder. "Diese eine Aktion braucht man als Einwechselspieler", beschrieb der Angreifer das Wesen seiner Paraderolle. "Wenn ich die nicht habe, dann heißt es, die Einwechslung war verschenkt. So stehst du da und bist auf einmal Spieler des Spiels." Sein Coach setzte gar zu einer echten Lobeshymne an: "Nils ist so ein Mannschaftsspieler. Ein Leader, ein Vorbild", sagte Christian Streich auf der Pressekonferenz nach Spielende.

Neue Ziele im Breisgau: "Ich schiele schon nach oben"

Dass der Erfolg nach der ersten Hälfte, in der die Borussia drückend überlegen agiert hatte, auch etwas glücklich zustande kam, gab aber auch der Siegtorschütze zu: "Wir haben uns lange gestemmt, eigentlich gegen die Niederlage. Am Ende fahren wir als glücklicher Sieger nach Hause." Und doch gab er zu Protokoll, den Sieg ein Stück weit erwartet zu haben: "Nach den Chancen von Gladbach in der ersten Hälfte stehst du in der Halbzeit dann da und weißt, das Spiel geht noch länger. Dann ergeben sich Räume und die haben wir genutzt."

Und jetzt? Mit nun 41 Punkten wird selbst bei den bescheidenen Breisgauern keiner mehr davon reden, noch gegen den Abstieg zu spielen - selbst Petersen nicht. "Nach unten passiert nichts mehr", so der Siegtorschütze. Die Konsequenz: "Wir brauchen nicht um Platz zehn oder zwölf spielen und wenn wir noch ein paar Mannschaften ärgern können, warum nicht? Ich schiele schon nach oben."

mib

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