Bundesliga

Ohne Cunha und Plattenhardt nach Dortmund

Hertha-Coach Labbadia vorm Jubiläum

Ohne Cunha und Plattenhardt nach Dortmund

Matheus Cunha, Marvin Plattenhardt (re.)

Fehlen der Hertha im Spiel bei Borussia Dortmund: Matheus Cunha, Marvin Plattenhardt (re.). imago images

Beide Profis hatten im Bundesliga-Spiel bei RB Leipzig (2:2) vor acht Tagen eine leichte Gehirnerschütterung erlitten und haben nach wie vor kein grünes Licht für die Rückkehr ins Mannschaftstraining. Der Brasilianer Matheus Cunha hatte sich bereits im Vorfeld des südamerikanischen Olympia-Qualifikations-Turniers Ende Januar in Kolumbien im Training eine Kopf-Verletzung zugezogen und deshalb seinerzeit das erste Turnierspiel mit Brasiliens U23 verpasst. Zu allem Überfluss hatte der Winter-Neuzugang nach kicker-Informationen in den ersten Wochen unter Bruno Labbadia - bei der Vorbereitung auf den Re-Start - in einem Trainingszweikampf bei Hertha ebenfalls eine Gehirnerschütterung erlitten.

Nicht nur wegen dieser Vorgeschichte ist aktuell besondere Vorsicht geboten bei dem Mann, der Herthas Offensive in letzter Zeit maßgeblich geprägt hat (vier Tore, zwei Assists in sieben Einsätzen). Schon gegen den FC Augsburg (2:0) am vergangenen Samstag hatte Hertha ohne die beiden Stammkräfte auskommen müssen. Für Cunha hatte Javairo Dilrosun (21) auf dem linken Flügel gespielt und das 1:0 erzielt, als Linksverteidiger agierte anstelle Plattenhardts Maximilian Mittelstädt (23). Beide - Dilrosun und Mittelstädt - dürften auch gegen den BVB eine Arbeitsgemeinschaft auf der linken Außenbahn bilden.

Spielersteckbrief Plattenhardt
Plattenhardt

Plattenhardt Marvin

Spielersteckbrief Matheus Cunha
Matheus Cunha

Santos Carneiro de Cunha Matheus

Trainersteckbrief Labbadia
Labbadia

Labbadia Bruno

Skjelbred wieder fit - Mittelfußbruch bei Netz

Auch Flügelspieler Marius Wolf, der weiterhin an einer Bänderverletzung im Fuß laboriert, fällt aus. Der Leihspieler verpasst damit das Duell gegen den Klub, bei dem er noch bis 2023 unter Vertrag steht. Ebenfalls nicht im 20er-Aufgebot werden Ersatzkeeper Thomas Kraft (31, Rückenbeschwerden) und Youngster Luca Netz (17) stehen. Netz, gegen Augsburg wegen Plattenhardts Ausfall erstmals im Kader der Profis, erlitt in dieser Woche einen Mittelfußbruch. Er wurde mittlerweile operiert. Für den deutschen U-18-Nationalspieler ist die Saison beendet, zuvor war sie das bereits für den defensiven Mittelfeldspieler Santiago Ascacibar (23, schwere Mittelfußprellung).

Dagegen ist der gegen Augsburg nach starker Leistung wegen Knieproblemen ausgewechselte Per Skjelbred (32) einsatzfähig. Ob die Innenverteidiger Niklas Stark (25) und Karim Rekik (25) zum Kader gehören, ist noch offen. Beide waren am Dienstag nach Verletzungen ins Teamtraining eingestiegen. Stark hatte wegen einer Adduktoren- und Hüftverletzung pausiert, Rekik wegen einer Innenbanddehnung im Knie. Beide haben unter dem neuen Coach Labbadia noch keine Minute gespielt. Aktuell gesetzt sind in der Innenverteidigung Dedryck Boyata (29) und Jordan Torunarigha (22).

Labbadia: "Müssen defensiv top-organisiert sein"

Hertha will den Höhenflug auch im fünften Spiel unter Labbadia fortsetzen. Mut für die Dienstreise nach Westfalen macht der beherzte und zu Recht mit einem Punkt belohnte Auftritt in Leipzig, bei einem anderen Top-Team der Liga. "Das war ein Gegner, der für uns in der gleichen Region wie Borussia Dortmund ist", sagt Labbadia. "Da haben wir es gut hinbekommen. Wir werden alles versuchen, unser Spiel auch in Dortmund ein Stück durchzubekommen." Was es dazu braucht, ist dem Coach klar: "Wir müssen defensiv top-organisiert sein - und auch mit dem Ball einiges tun und uns zeigen."

Labbadia und Manager Michael Preetz verfolgten das Top-Spiel des BVB gegen den FC Bayern (0:1) in der Vorwoche gemeinsam mit Herthas Profis am TV. "Dortmund hat dieses Spiel aus meiner Sicht ein bisschen unglücklich verloren", findet Preetz. "Das ist eine Mannschaft, die von vorn bis hinten bestückt ist mit Klasse-Spielern. Wir brauchen eine gemeinsame gute defensive Strategie, aber auch Angriffe nach vorn, um in die gefährlichen Räume und in Tornähe zu kommen."

Gute Bilanz gegen Große - Labbadias 250. Spiel

2:2 beim FC Bayern unter Ante Covic im August zum Saisonauftakt, 1:0 bei Bayer Leverkusen sechs Tage vor Heiligabend unter Jürgen Klinsmann, zuletzt das 2:2 bei RB Leipzig unter Labbadia - so unterschiedlich Naturell und Arbeit der Trainer in dieser Saison waren: Bei den Großen sah Hertha bei allem Wankelmut oft gut aus. Bemerkenswert: In den vergangenen fünf Auswärtsspielen schoss Hertha jeweils mindestens zwei Tore, das gab's vorher noch nie in der Bundesliga-Geschichte des Klubs. Seit mittlerweile sieben Auswärtsspielen sind die Berliner unbesiegt.

Auf Labbadia wartet am Samstag mit dem 250. Bundesliga-Spiel als Trainer ein Jubiläum. Nur einer der aktuell im Oberhaus amtierenden Kollegen hat mehr: Dortmunds Lucien Favre (290 Spiele), den Hertha 2007 als Meistertrainer des FC Zürich in die Bundesliga lockte und der die Berliner in 75 Bundesliga-Spielen anleitete. "Lucien Favre", sagt Labbadia, "macht bei Borussia Dortmund einen überragenden Job, wenn man den Punkteschnitt sieht und wie sie Fußball spielen." Gilt für ihn in Berlin bisher auch.

Steffen Rohr

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