2. Bundesliga

SV 98 reißt im Sommer Haupttribüne ab

Neubau soll im Frühjahr 2022 fertig sein

SV 98 reißt im Sommer Haupttribüne ab

Die alte Haupttribüne im Stadion am Böllenfalltor des SV Darmstadt wird ab Sommer abgerissen

Die alte Haupttribüne im Stadion am Böllenfalltor des SV Darmstadt wird ab Sommer abgerissen. picture alliance

"Es gibt keinen Grund, beim größten Projekt der Vereinsgeschichte auf halben Weg stehen zu bleiben", sagte Lilien-Präsident Rüdiger Fritsch am Mittwoch dem kicker.

Fast abgeschlossen ist bereits der 19 Millionen Euro (netto) teure Neubau der Gegentribüne. Die Haupttribüne ist nun mit rund 23 Millionen Euro veranschlagt. In der Summe werden in das Merck-Stadion am Böllenfalltor, das der SV 98 vor zweieinhalb Jahren in Erbpacht von der Stadt übernahm, also 42 Millionen Euro fließen. Einen markanten Anteil an den Kosten trägt - im Gegensatz zu den meisten anderen bundesweiten Stadionprojekten - der Zweitligist selbst: So wenden die Lilien, die über eine GmbH inzwischen auch Stadionbetreiber sind (vorher: Stadt Darmstadt), voraussichtlich 17,5 Millionen Euro aus eigener Tasche auf. Diesen Betrag stemmen die 98er aus Eigenkapital und Darlehen. Die Stadt Darmstadt beteiligt sich mit 21 Millionen Euro, das Land Hessen mit 3,5 Millionen.

Die Ausschreibungen für den Abriss der alten Haupttribüne und einige Gewerke des Neubaus laufen in dieser Woche aus. Fritsch rechnet damit, dass das kalkulierte Budget grundsätzlich auch nach der Sichtung der Angebote der Bauunternehmen Bestand haben wird. Auch aufgrund einer genauen vorherigen Analyse der Baubranchen-Preise geht der Vereinschef nicht von größeren negativen Baukosten-Überraschungen bei der Errichtung der Haupttribüne aus. Die Bauzeit für die neue Haupttribüne ist mit 20 Monaten veranschlagt. Der letzte große Part des Stadionumbaus würde entsprechend im Frühjahr 2022 abgeschlossen. Die zwei schon länger stehenden Hintertortribünen auf der Süd- und der Nordseite des Spielfelds hat der SV 98 per Kaufleasing beschaffen. Die Südtribüne ist schon abbezahlt und gehört dem Verein. Bei der Nordtribüne soll dies in zwei bis drei Jahren der Fall sein.

Nach Abschluss aller Arbeiten soll das Merck-Stadion am Böllenfalltor 18.600 Besucher fassen, davon mehr als die Hälfte (9500) auf Stehplätzen. Die alte Haupttribüne wird am 21. Juni beim (Geister-)Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden letztmals in Benutzung sein und dann nach viereinhalb Jahrzehnten nur noch Historie sein.

Jens Dörr