DTM

Schlag auf Schlag - die DTM startet durch

Neuer Kalender mit insgesamt 20 Rennen

Schlag auf Schlag - die DTM startet durch

Spa-Francorchamps

Wieder dabei im Rennkalender: Spa-Francorchamps ist Anfang August Schauplatz der DTM-Serie. imago images

Zuschauer? ITR beobachtet die Entwicklungen

Den Auftakt soll demnach, wie schon seit Wochen angekündigt, der Nürnberger Norisring machen. Allerdings wird es, ähnlich der Formel 1, zumindest vorerst Geisterrennen geben (müssen). In einer Mitteilung der ITR heißt es dazu: "Die Vorgaben der beteiligten europäischen Länder sowie der jeweiligen Bundesländer fließen stets aktuell in das Infektionsschutzkonzept ein. Deswegen plant die DTM angesichts der aktuellen Lage zunächst grundsätzlich Rennen ohne Zuschauer vor Ort. Die Entwicklungen rund um die einzelnen Veranstaltungsorte werden jedoch äußerst aufmerksam beobachtet. Sofern es unter sicher- und gesundheitstechnischen Gesichtspunkten möglich und vertretbar ist, werden auch Rennen mit Zuschauern vor Ort in Betracht gezogen."

Der Saisonstart auf der nicht-permanenten Rennstrecke rund um die Steintribüne in Nürnberg (11./12. Juli) wird durch das Fehlen der aufwändigen Zuschaueraufbauten ein wenig erleichtert und kostengünstiger. Allerdings fehlt zum Thema der Finanzierung zuschauerfreier Rennen in der Bekanntgabe vom Mittwoch jedes Wort. Als einziges Rennen gilt für den Norisring auch weiterhin die Einschränkung "vorbehaltlich behördlicher Genehmigung". Gerade Bayern hatte in den letzten Monaten teilweise einen noch schärferen Sicherheitskurs als die anderen Bundesländer eingeschlagen.

Zweitagesveranstaltung bei Rückkehr nach Spa-Francorchamps

Das beabsichtigte Programm bis zum Finale am 8. November in Hockenheim steckt voller Besonderheiten. So wird die Rückkehr nach Spa-Francorchamps auf den aus der Formel 1 bestens bekannten Ardennenkurs lediglich als Zweitagesveranstaltung durchgeführt (1./2. August), während die DTM für gewöhnlich von Freitag bis Sonntag ihre Zelte aufschlägt. Dem Auftritt in Belgien folgt eine Doppelausgabe auf dem Lausitzring, wo an zwei aufeinanderfolgenden Wochenende gefahren wird (15./16. sowie 22./23. August). Dies ist gleichzeitig der Auftakt zu höchst intensiven Wochen, denn danach geht es Schlag auf Schlag weiter.

Über das niederländische Assen (5./6. September) zieht die Karawane weiter zu einem neuerlichen Doppelrennen an den Nürburgring (12./13. sowie 19./20. September), danach folgt der dritte Doppelpack im belgischen Zolder (10./11. und 17./18. Oktober). Auf diesem Kurs hätte nach der ursprünglichen Planung die Saison 2020 Ende April beginnen sollen. Spannend verspricht die Frage zu werden, ob der europäische Vorwinter das Finale in Hockenheim (7./8. November) beeinträchtigen wird.

Neben der DTM geht auch die DTM Trophy bei sechs Veranstaltungen mit an den Start. Die neue GT-Serie mit derzeit 20 eingeschriebenen Fahrzeugen trägt ihre Rennen in Spa-Francorchamps, am Lausitzring, bei beiden Nürburgring-Läufen, in Zolder und in Hockenheim aus. Sie bildet das Herzstück des Rahmenprogramms, das in den kommenden Wochen, so die Veranstalter, durch weitere hochkarätige Serien ergänzt werden soll.

Insgesamt ist uns ein kompakter Kalender gelungen, auf den sich das Warten gelohnt hat.

DTM-Chef Gerhard Berger

Erleichterung über die nun abgeschlossene Planung ist den Worten von DTM-Chef Gerhard Berger zu entnehmen: "Wir danken unseren Fans für ihre Geduld in den letzten Wochen, freuen uns nun aber umso mehr, jetzt einen ausgereiften und äußerst abwechslungsreichen Kalender zu präsentieren, der geballte Rennaction verspricht. Das ist das Ergebnis harter Arbeit aller Beteiligten unter ganz besonderen Herausforderungen. Insgesamt ist uns ein kompakter Kalender gelungen, auf den sich das Warten gelohnt hat."

Für Dieter Gass, den Sportchef des am Jahresende aussteigenden Ingolstädter Herstellers Audi, ist "dieser umfangreiche Rennkalender für alle DTM Fans eine fantastische Nachricht. Natürlich wäre es ein Traum, wenn das Finale in Hockenheim und vielleicht auch weitere Rennen davor mit Zuschauern stattfinden könnten". Sein BMW-Kollege Jens Marquardt, der später am Mittwoch die neuen Lackierungen der sechs Werksautos präsentieren wird, ergänzt, dass "die Konzentration auf Deutschland und seine direkten Nachbarländer Belgien und die Niederlande dem Gebot der Stunde folgt, keine unnötig langen Reise- und Transportwege zu haben". In der Originalplanung für 2020 waren Auftritte in Russland, Schweden und Großbritannien vorgesehen - allesamt Länder, in denen Corona seit dem Spätwinter zu heftigen Einschränkungen geführt hat.

Stefan Bomhard