Bundesliga

Baumgartlinger: "Das ist alles aus einem sehr guten Grund passiert"

Leverkusens Sechser über den Kampf um Platz 4 und Strafen für Botschaften

Baumgartlinger: "Das ist alles aus einem sehr guten Grund passiert"

Julian Baumgartlinger

Hat Verständnis für die Proteste vieler Sportler: Julian Baumgartlinger. imago images

... die mögliche Schlüsselfunktion des Bayern-Spiels: Ich glaube nicht, dass man das nur an einem Spiel festmachen sollte. Vor allem in der englischen Woche liegen noch so schwierige Spiele vor uns. Aber gegen die Bayern können es Big Points sein. Wir spielen zuhause, wir haben sie schon mal geschlagen. Deswegen kann es ein Riesenbonus sein, wenn wir am Samstag punkten.

... die aktuell 56 Punkte auf dem Konto im Vergleich zu den 58 Punkten, die vergangene Saison am Ende zu Platz 4 reichten: Das ist beeindruckend. Diese Statistik ist schon außergewöhnlich. Wir haben auch letztes Jahr eine hervorragende Rückrunde gespielt. Und wenn man schaut, wo wir jetzt stehen, spielen wir eine noch bessere Rückrunde. Und vier andere Mannschaften auch, die genauso viel oder noch mehr Punkte haben. Das ist schon ganz hohes Niveau. Das spürt man auch. Es passieren weniger Ausrutscher. Die Favoriten haben alle gewonnen. Das ist nicht selbstverständlich. Das war auch in den letzten Jahren nicht selbstverständlich, weswegen auch die Punktezahl nicht so hoch sein musste, um in die Champions League zu kommen. Das spricht für die oberen fünf Mannschaften.

... Strafen für politische Botschaften: Schon bevor diese Regel eingeführt wurde, waren diese Botschaften meist positive und sehr löbliche. Es sind ja keine negativen Dinge, sondern in erster Linie ermutigende oder anständige Dinge. Das ist alles aus einem sehr guten Grund passiert. Am Wochenende auch: Da geht es um Solidarität, um Menschlichkeit. Ich denke schon, dass man da differenzieren sollte und im Fall, dass mal negative, fragwürdige Botschaften gesendet werden, kann man immer noch intervenieren.

... nicht nur die Leverkusener Heimschwäche bei Geisterspielen: Der Faktor Fans spielt eine große Rolle, aber nach vier Spielen kann man noch nicht festlegen, woran es lag. Dafür braucht man mindestens zwei bis drei Heimspiele von uns, um das wirklich beurteilen zu können. Aber ich glaube, dass es mittlerweile in der ganzen Liga offensichtlich ist, dass der Heimvorteil nicht mehr so ein Faktor ist, wie er es mal war.

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Baumgartlinger sorgt bei Bayer für die richtige Chemie

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Das gibt Vertrauen, wenn man es schwarz auf weiß sieht.

Baumgartlinger über die positiven Fitness-Werte nach der Pause

... Leverkusens Form nach der Corona-Pause: Vom Punktschnitt her sind wir wieder ungefähr da. Ich glaube, dass wir die Pause gut nutzen konnten. Vor allem, was die Fitness angeht, haben wir nichts verloren. Das hat der Trainer schon mehrmals bei uns angesprochen, dass wir von den Werten und den Intensitäten in den Testphasen vor den ersten Spielen fast genau da waren, wo wir aufgehört haben. Das gibt Vertrauen, wenn man es schwarz auf weiß sieht und es sich eben auch in den Ergebnissen auf dem Platz widerspiegelt.

... die offensiv enttäuschenden Auftritte gegen Wolfsburg und in Freiburg: Man darf nicht vernachlässigen, wie gut und vor allen Dingen wie intensiv Wolfsburg und Freiburg verteidigen. Das sind schon extrem schwer zu bespielende Gegner. Das haben wir schon in der Hinrunde gesehen, aber auch in den Spielen anderer Mannschaften: Jeder tut sich schwer gegen die beiden. Trotzdem haben wir - gegen Wolfsburg (1:4, Anm. d. Red.) natürlich nicht - gegen Freiburg selbst wenig zugelassen, auch wenn wir nicht oft aufs Tor geschossen haben. Aber es war trotzdem eine fokussierte Leistung von uns. Auch wenn es nur ein 1:0 war.

... die Gründe für die wenigen Chancen in den beiden Spielen: Die Räume für unsere Tempogegenstöße waren nicht da. Die Mannschaften wissen jetzt natürlich auch, mit welchen Situationen sie bei uns konfrontiert werden. Wenn Moussa (Diaby), Karim (Bellarbai), Leon (Bailey), Flo (Wirtz) oder Kai (Havertz, Anm. d. Red.) zusammen ins Umschalten kommen dürfen, dann wird es einfach gefährlich. Das ist mittlerweile bekannt. Deswegen wird es vom Gegner nicht mehr so oft zugelassen. Wir haben noch fünf Spiele Zeit, andere Mittel und Wege zu finden - das haben wir in Freiburg auch gemacht.

... den Re-Start am Wochenende in Österreich: Ich freue mich sehr. Sie haben ein sehr sportliches Programm vor der Brust. Da steht der komplette Play-off-Durchgang vor der Tür, zehn Spiele - vergleichbar mit der 3. Liga in Deutschland - in vier, fünf Wochen. Ich weiß nicht, ob es zu realisieren ist. Das Land hat lange darauf gewartet. Der Lockdown war zwischenzeitlich sehr hart und komplett. Deswegen war es auch für die Spieler viel schwieriger, die Form zu konservieren. Jetzt ist es allerhöchste Zeit, dass es weitergeht. Die Spieler sind happy, weil alles top vorbereitet ist, auch von der Infrastruktur vergleichbar mit Deutschland. Alle sitzen in den Startlöchern.

Stephan von Nocks

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