Bundesliga

Oliver Glasner (VfL Wolfsburg): "Es gibt von mir keine Alibi-Aktionen"

Nur elf von 20: VfL-Trainer schöpft Wechsel-Möglichkeiten bislang kaum aus

Glasner: "Es gibt von mir keine Alibi-Aktionen"

Oliver Glasner

Wechselt, wenn er es für richtig hält: Oliver Glasner. imago images

Jeweils drei Wechsel in Augsburg (2:1), gegen Dortmund (0:2) und in Leverkusen (4:1), gar nur zwei zuletzt gegen Frankfurt (1:2). Von 20 möglichen Auswechslungen nahm Oliver Glasner in den vier Spielen seit dem Re-Start nur elf wahr. Ist seine Mannschaft also so fit? Oder sind die Alternativen auf der Bank - aufgrund der Personalsorgen sind einige Nachwuchsspieler dabei - noch nicht so weit? Warum wechselt der Trainer nicht häufiger? "Weil ich so ein alter Traditionalist bin", antwortet der 45-Jährige im Spaß.

Tatsächlich aber sah der Österreicher nie die Veranlassung, noch umfangreicher etwas zu verändern während der vergangenen Partien. Und selbst beim Stand von 4:0 in Leverkusen, wo er zumindest Omar Marmoush aus der U 23 einwechselte und zum Bundesligadebüt verhalf, nutzte Glasner nicht die Möglichkeit, anderen Nachwuchsspielern, deren verstärkte Förderung sich der VfL auf die Fahnen geschrieben hat, zur Premiere zu verhelfen.

Ich habe Marcel Tisserand noch auf der Bank gelassen, es wäre auch ihm gegenüber vielleicht nicht so fair, wenn ich einem Youngster den Vorzug gebe.

Oliver Glasner

So hätte beispielsweise Ulysses Llanez, offensives Großtalent aus der U 19, der in Leverkusen erstmals zum Bundesligakader gehörte, durchaus in der Schlussphase für den bereits verwarnten Joao Victor ins Spiel kommen können. Glasner aber wägt in solchen Situationen nicht nur sportlich ab, sondern schaut auch auf die mögliche Wirkung derartiger Entscheidungen. "Ich habe Marcel Tisserand noch auf der Bank gelassen, es wäre auch ihm gegenüber vielleicht nicht so fair, wenn ich einem Youngster den Vorzug gebe."

Freilich könnte es so schwer werden für den Wolfsburger Unterbau, im Profibereich den Durchbruch zu schaffen. Und so ist auch kaum zu erwarten, dass Glasner am Wochenende bei Werder Bremen, wo Linksverteidiger Jerome Roussillon auszufallen droht, U-23-Spieler Luca Horn den Vorzug vor den anderen Alternativen Tisserand und Yannick Gerhardt gibt. Grundsätzlich sagt der Trainer: "Wenn ich der Überzeugung bin, es tut der Mannschaft gut, dann werde ich häufiger wechseln. Wenn ich mir denke, dass es nicht nötig ist, dann mache ich es nicht. Es gibt von mir keine Alibi-Aktionen."

Thomas Hiete

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