Formel 1

Grünes Licht für Silverstone? - Hamilton wühlt mit Kritik auf

Formel-1-Notkalender nimmt langsam Konturen an

Grünes Licht für Silverstone? - Hamilton wühlt mit Kritik auf

In Silverstone soll laut einem Bericht der BBC Anfang August gefahren werden

In Silverstone soll laut einem Bericht der BBC Anfang August gefahren werden. Getty Images

Bisher hat nur die Regierung Österreich die Austragung der beiden Rennen für Spielberg bestätigt, am 5. und 12. Juli kann in Spielberg gefahren werden. Laut einem Bericht der "BBC" hat nun auch die britische Regierung grünes Licht für die geplanten Rennen in Silverstone gegeben. Auf der britischen Traditionsrennstrecke könnten dann Anfang August ebenfalls zwei Grand Prix ausgetragen werden. Wie die BBC berichtete, soll die Königsklasse des Motorsports dafür von den strengen Einreisebeschränkungen im Zuge der Coronakrise befreit werden. Damit müssten die Teammitglieder, Fahrer und weitere Personen nicht in die eigentlich vorgeschriebene, zweiwöchige Quarantäne gehen.

"Wir begrüßen die Anstrengungen der Regierung, sicherzustellen, dass Spitzensport weitergehen kann und auch ihre Unterstützung für die Rückkehr des Rennsports", wird ein Sprecher der Formel 1 zitiert. Eine offizielle Bestätigung der Regierung steht noch aus. Zwischen den Rennen in Österreich und Großbritannien stünde laut Informationen von "auto, motor und sport" Mitte Juli noch der Große Preis von Ungarn an.

Sollte es so kommen, würde der britische Weltmeister Lewis Hamilton zwei Siegchancen auf einer seiner Lieblingstrecken bekommen. Mit sechs Triumphen bei seinem Heimspiel ist der 35-Jährige Rekordsieger in Silverstone. Öfters hat Hamilton bisher nur in Kanada und Ungarn (je sieben Mal) gewonnen.

Hamilton kritisiert Kollegen scharf: "Stehe allein da"

Hamilton, der im Formel-1-Zirkus seit längerer Zeit dafür bekannt ist, mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg zu halten, hat sich übrigens auch in die Diskussion um Rassismus und Polizeigewalt in den USA eingemischt und ungewohnt deutlich seine Kollegen kritisiert. "Ich sehe diejenigen von Euch, die still bleiben, einige von Euch sind die größten Stars und bleiben noch still mitten in dieser Ungerechtigkeit. Nicht ein Zeichen von irgendjemandem in meiner Industrie, die natürlich ein von Weißen dominierter Sport ist", schrieb Hamilton auf Instagram. "Ich bin dort einer der wenigen Farbigen und stehe allein da", kritisierte Hamilton. Der sechsmalige Weltmeister hat es als erster dunkelhäutiger Fahrer in die Formel 1 geschafft und ist drauf und dran, Michael Schumacher als erfolgreichster Fahrer in der Geschichte der Königsklasse abzulösen.

In der vergangenen Woche war der US-Amerikaner George Floyd bei einer Verhaftung verstorben, nachdem ihm ein Polizist mehrere Minuten sein Knie in den Nacken gedrückt hatte. Auch etliche Bundesligaprofis setzten am Wochenende ein Zeichen gegen Rassismus.

Leclerc reagiert: "Ich lag komplett falsch"

Als einer der ersten Fahrer reagiert Ferrari-Pilot Charles Leclerc auf das Statement Hamiltons. Er habe sich zunächst unwohl bei dem Gedanken gefühlt, seine Emotionen in den Sozialen Medien zu teilen und deshalb zunächst geschwiegen. "Ich lag komplett falsch", schrieb Leclerc. Rassismus müsse mit Handlungen begegnet werden, nicht mit Schweigen. "Es ist unsere Verantwortung, Ungerechtigkeit anzusprechen", sagte Leclerc und brachte seine Unterstützung für die "Black Lives Matters"-Bewegung zum Ausdruck. Anschließend sprachen sich auch weitere Fahrer gegen Rassismus aus.

dpa/sid/jer