2. Bundesliga

Pollersbeck und Kinsombi feiern ihre Wiederauferstehung

HSV wankt gegen Wehen Wiesbaden, fällt aber nicht

Pollersbeck und Kinsombi feiern ihre Wiederauferstehung

Oft im Mittelpunkt des Geschehens: HSV-Torwart Julian Pollersbeck. imago images

Dieter Hecking freilich wirbt um Verständnis. "Der Donnerstagabend hat eine der bittersten Niederlagen überhaupt gebracht, auch für mich als Trainer. Dass die Jungs heute über den Willen gegangen sind, auch innerhalb dieser Partie zweimal aufgestanden sind, zeigt, was für eine tolle Mannschaft der HSV hat."

Eine, in der zwei Protagonisten tatsächlich eine wahre Wiederauferstehung erlebten: Julian Pollersbeck und David Kinsombi. Mit dem Torwartwechsel hat der Coach auf die auch nach dem Re-Start nicht überzeugenden Leistungen von Daniel Heuer Fernandes reagiert. Der Ex-Darmstädter verlor nicht nur seinen Platz zwischen den Pfosten, sondern auch den im Kader. "Eine ganz normale Maßnahme", wie Hecking erklärt, ist das keineswegs. Der Coach verkneift sich öffentliche Kritik an seiner bisherigen Nummer eins, sagt: "Ich habe das in der Vergangenheit immer schon mal in Erwägung gezogen, ich hatte den Eindruck, dass ich einen mental frischen und unverbrauchten Torwart brauchte."

Ich habe das in der Vergangenheit immer schon mal in Erwägung gezogen, ich hatte den Eindruck, dass ich einen mental frischen und unverbrauchten Torwart brauchte.

Dieter Hecking

Einen Freifahrtschein für die kommenden Wochen stellt Hecking Pollersbeck nicht aus, sowohl die seit Saisonbeginn offensichtlichen Schwächen von Heuer Fernandes als auch die Leistung beim Comeback des im Sommer degradierten U 21-Eurpoameisters von 2017 sprechen jedoch für eine Grundsatzentscheidung. Pollersbeck wirkte bei einer Flanke unsicher, rettete dagegen zweimal herausragend gegen Kyereh (39.) und Ajani (73.), überzeugte auch fußballerisch.

Kinsombi erntet den Lohn nach bitteren Monaten

Ähnlich spektakulär geriet das Startelf-Comeback von Kinsombi. Weil Jeremy Dudziak muskuläre Probleme hatte, durfte der Ex-Wiesbadener im Zentrum ran, traf zunächst zum Ausgleich und später zum Sieg. Für Hecking kein Zufall: "Kinso hat während der Corona-Zeit hart gearbeitet und viel aufgeholt, ist athletischer und spritziger. Und dass er vorn mit reingehen kann und einen guten Abschluss hat, hat er schon öfter gezeigt."

Nach einem Schienbeinbruch im Januar 2019 liegen harte eineinhalb Jahre hinter dem erhofften Königstransfer. War Wiesbaden nun die Initialzündung? Kinsombi deutete am Sonntag an, dass sie bei ihm persönlich denkbar ist. Für die Vorstellung, dass diese auch der HSV erlebte, bedarf es noch ein wenig Phantasie.

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Sebastian Wolff