Amateure

Brandenburger SC Süd fühlt sich im Stich gelassen

Oberliga NOFV-Nord

Brandenburger SC Süd fühlt sich im Stich gelassen

Brandenburger SC Süd 05: Mario Block ruft Spendenaktion ins Leben

Zeigt sich schwer enttäuscht von der Stadtverwaltung: Mario Block, Trainer des Brandenburger SC Süd 05, der nun mit seinem Co-Trainer eine Spendenaktion ins Leben ruft. imago images

Am Montag machte Präsident Peter Janeck seinem Ärger über die fehlenden Unterstützung aus der Wirtschaft und die finanzielle Verdorbenheit des Amateurfußballs Luft. Eine Abmeldung der Oberliga-Mannschaft schien die naheliegendste Konsequenz zu sein.

Doch an der Havel will man doch noch nicht so schnell aufgeben: "Mein Herz hängt an diesem Verein. Umsonst bin ich schließlich hier nicht bereits zum dritten Mal Trainer geworden", sagt Chefcoach Mario Block auf der vereinseigenen Internetseite, der gemeinsam mit seinem Assistenten Conny Wieland eine Spendenaktion ins Leben gerufen hat, damit der BSC Süd doch noch eine Zukunft in der 5. Liga hat. Rückschläge gibt es auch weiterhin: So hat nach Aussage des Vereins die Stadtverwaltung jegliche Unterstützung abgelehnt, was Block wütend macht: "Ich habe bisher in meiner Laufbahn als Spieler und Trainer keine Stadt erlebt, die ihre höchstklassige Fußballmannschaft einfach im Regen stehen lässt."

Auch wenn der Verein im Vergleich zu anderen Oberligisten einen geringeren Etat hat, im Budget für die kommende Spielzeit klafft aktuell ein Loch in Höhe von über 20.000 Euro. Erschwerend kommt hinzu, dass der heimische Werner-Seelenbinder-Sportplatz der Firma Zahnrad-Fabrik (ZF) Brandenburg gehört. Die Stadt muss deswegen keinen Cent für Instandhaltung, Aus- und Umbaumaßnahmen aufwenden. Doch auch die ZF hält sich offenbar stark zurück, weswegen der BSC Süd zuletzt mit der Sanierung der Sanitäranlagen und der Installation einer Beregnungsanlage selbst in die spärlich gefüllte Vereinskasse gegriffen hat.

Neuzugänge unter Vorbehalt

Hinter der Zukunft steht also ein dickes Fragezeichen. Da ist es auch nur eine eingeschränkt gute Nachricht, dass sich Leif Oppenborn, Bennet Säger (beide vom Kreisoberligisten Empor Schenkenberg) und Nils Müller (U 19 BFC Dynamo) zu einem Wechsel nach Brandenburg entschieden haben. Bei einer Abmeldung der Oberliga-Mannschaft wäre es nämlich fraglich, ob das Trio trotzdem käme. Auch diejenigen Spieler des aktuellen Kaders, die bereits ihre Verträge verlängert haben, könnten sich noch einmal umorientieren.

Die Zeit drängt: Kommen in den nächsten 14 Tagen die benötigten gut 20.000 Euro nicht zusammen, wird die Oberliga-Mannschaft abgemeldet und Peter Janeck stünde auch nicht mehr länger als Präsident zur Verfügung. "Brandenburg würde mit einem Schlag von der Fußball-Landkarte verschwinden", befürchtet Block, da der BSC Süd nicht für die 6. Liga melden würde. "Die Brandenburgliga würde keinen Sinn machen, da die Kosten dort fast genauso hoch wie in der Oberliga sind", sagt Block.

stw