Bundesliga

Heldt wundert sich über die veränderte Wahrnehmung

Köln: Gisdol zeigt sich wenig überrascht und fordert Realismus

Heldt wundert sich über die veränderte Wahrnehmung

Horst Heldt

Wundert sich über die veränderte Wahrnehmung: Horst Heldt. imago images

Vier Spiele musste der 1. FC Köln bislang ohne Zuschauer absolvieren, nicht einmal gewann die Mannschaft von Markus Gisdol dabei. Zwei Pleiten (in Mönchengladbach und Hoffenheim) und zwei Remis (gegen Mainz und Düsseldorf) verbuchten die "Geißböcke", dabei zuletzt auch immer fehlerhaftere Auftritte. Wenngleich der Leistungs- und Konzentrationsabfall auf breiter Front den Trainer ärgert, zeigt er sich doch nur bedingt erstaunt: "Dass man auch Spiele drin hat, die nicht der allgemeinen Erwartungslage entsprechen, hat uns nicht überrascht." Wichtig sei es, realistisch zu bleiben. Jede Entwicklung zeitige auch Rückschläge, entscheidend sei, dass die Stabilität der Mannschaft nicht nachhaltig gestört werde. Gisdol: "Wir werden aus dieser Phase viel mitnehmen können, grade was für die Spieler den Umgang mit sich selbst angeht."

Auch Geschäftsführer Horst Heldt vermeidet Panikmache, verweist viel mehr auf den Status im vergangenen November, als der FC Abstiegskandidat Nummer eins war, 18. in der Tabelle und allgemein die Lachnummer der Liga. Heldt betont deshalb nachvollziehbar: "Wir haben immer gesagt, dass wir den Klassenverbleib wollen. Das wäre eine unfassbare Leistung und wir können das aus eigener Kraft schaffen." Er vergleicht die aktuelle Situation mit der zu Beginn seines Wirkens in Köln, führt aus, dass man damals die Lage zunächst analysiert und dann verändert habe: "Das haben wir damals geschafft, das werden wir auch jetzt schaffen." Noch einmal wehrt er jene ab, die dem FC das Thema Europa reinsingen wollen. Es gäbe keine Änderung in der Zielsetzung zu damals, "ich wundere mich da ein bisschen über die Wahrnehmung, dass wir eine Veränderung unserer Ziele vorgenommen hätten."

Klassenerhalt hieß und heißt das Ziel, angesichts von 34 Punkten auf der Habenseite und sieben Zählern Vorsprung (plus Torverhältnis) auf Platz 16 sollte man sich in der Tat hüten, andere Pläne zu schmieden. Dass am Montag gegen Leipzig Punkte dazukommen, ist eher unwahrscheinlich. Der FC geht als krasser Außenseiter in die Partie und daran, dass man sich weiter konzentriert nach unten orientiert, wird sich wohl wenig ändern. Ändern wird sich die Aufstellung: Der gesperrte Innenverteidiger Sebastiaan Bornauw dürfte von Jorge Meré ersetzt werden, Jonas Hector könnte - so er seine Schwächephase überwunden hat - als Linksverteidiger auflaufen. Der angeschlagene Dominick Drexler wird intensiv behandelt, seine Einsatzchancen sind groß.

Frank Lußem

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