2. Bundesliga

VfB Stuttgart - Matarazzo: "Diese Seite von mir kennt ihr noch nicht"

Stuttgart: Didavi-Rückkehr gegen Dresden nicht sicher

Matarazzo: "Diese Seite von mir kennt ihr noch nicht"

Pellegrino Matarazzo, Nicolas Gonzalez

Jubel pur: VfB-Coach Pellegrino Matarazzo herzt Nicolas Gonzalez nach dessen Vorarbeit zum 3:2. imago images

"Es hat gefetzt in der Kabine, dann waren alle wach", hatte Pascal Stenzel nach Abpfiff der Partie am Sky-Mikrofon preisgegeben. Trainer Pellegrino Matarazzo hatte offensichtlich den richtigen Ton getroffen - einen, für den er bis jetzt nicht unbedingt bekannt war. "Ihr stellt mich immer als sachlichen Typen dar", sagte Materazzo den zugeschalteten Journalisten auf einer virtuellen Pressekonferenz am Freitag, "aber diese Seite von mir kennt ihr noch nicht. Es geht auch emotional."

Allerdings, betonte der VfB-Coach, sei es in seiner Ansprache nicht darum gegangen, die Mannschaft wachzurütteln. "Es ist wichtig, in so einer Situation auf einen Reset-Knopf drücken zu können", erklärte Matarazzo. "Es geht darum, die Situation zu akzeptieren und den Glauben wiederherzustellen. Darum, Ängste zu lösen, um die Mannschaft stärker zu machen." Und das sei eben nicht immer nur sachlich und analytisch möglich.

"Uno mas": Matarazzo greift auch vor dem 3:2 ein

Auch an der Entstehung des entscheidenden 3:2 durch Gonzalo Castro habe er lautstark mitgewirkt, erzählte Matarazzo. "Uno mas" habe er Vorlagengeber Nicolas Gonzalez zugerufen, zu deutsch "einer noch", nachdem dieser bereits zum Sololauf über die linke Seite angesetzt hatte. Der Argentinier habe laut Matarazzo zuvor bereits um seine Auswechslung gebeten, der Wechsel sei schon vorbereitet worden - aber Gonzalez zog schließlich auch noch an HSV-Verteidiger Letschert vorbei und brachte den Ball zu Torschütze Castro.

Zu den "Top drei" in seiner Karriere zählte Matarazzo das Erlebnis der Aufholjagd am Donnerstagabend - und die Nacht danach sei kurz gewesen. "Heute war schon um 9 Uhr Treffpunkt und die Jungs waren sehr müde. Das ging mir genauso, wir haben alle wenig geschlafen nach so einem Spiel", erzählte der Italo-Amerikaner.

Didavi-Rückkehr gegen Dresden noch unsicher

Allzu viel Zeit zum Regenerieren bleibt aber nicht, bereits am Sonntag (13.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gastiert der VfB bei Dynamo Dresden. "Wir haben viele Körner gelassen", gibt Matarazzo zu Protokoll, gesteht aber auch ein, dass die Lage für den Gegner im ersten Spiel nach der verlängerten Corona-Pause "keine vorteilhafte Situation" sei: "Ihre Spritzigkeit wird am Anfang zu spüren sein. Man wird dann sehen, wann sie müde werden."

Matarazzo selbst wird auf Holger Badstuber verzichten müssen, der gegen den HSV seine 5. Gelbe Karte sah. "Es besteht die Möglichkeit, dass Kempf für ihn zurückkehrt", stellte der VfB-Coach in Aussicht, ohne sich festlegen zu wollen. Wieder zurückgreifen kann er auf den zuletzt gesperrten Atakan Karazor - und eventuell auch auf Daniel Didavi. Der Regisseur fehlte gegen Hamburg ebenfalls gesperrt, hatte aber in der Trainingswoche laut Matarazzo "leichte Probleme" und musste zwischenzeitlich mit dem Training pausieren. Die Prognose des Cheftrainers fällt aber optimistisch aus: "Wir werden sehen, ob es für 90 Minuten reicht. Ich gehe aber davon aus, dass alles okay ist."

mib

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