Bundesliga

Saison-Aus für Dahoud - Zorc dementiert Trainerdiskussion

BVB vor Auswärtsspiel in Paderborn

Saison-Aus für Dahoud - Zorc dementiert Trainerdiskussion

Mo Dahoud und Lucien Favre

Lucien Favre kann in dieser Saison nicht mehr mit Mo Dahoud planen. imago images

Gerade erst hatte sich Mo Dahoud im Kernbereich des Dortmunder Mittelfeldes einen Stammplatz gesichert und wäre nach drei äußerst respektablen Leistungen gegen Schalke, Wolfsburg und die Bayern auch am Pfingstsonntag in Paderborn (Anstoß 18 Uhr, LIVE! bei kicker) ein sicherer Anwärter auf die Startelf gewesen. "Doch leider", seufzte Trainer Lucien Favre, "kann er in dieser Saison nicht mehr weiterspielen." Dahoud habe am Mittwoch etwas im Knie gespürt, es handele sich um "ein kleines Problem", sagte Favre, aber dieses kleine Problem ist so groß, dass Dahoud die sechs noch ausstehenden Begegnungen abhaken muss.

Immerhin bietet sein Kader Favre so viele Handlungsoptionen, dass er diesen Ausfall prominent kompensieren kann. "Vor allem Emre Can und Jadon Sancho" stünden nach ihren jüngsten Teilzeiteinsätzen wieder für die Anfangsformation bereit, verriet der Trainer, "Axel Witsel vielleicht auch". Die Frage, wie er im Sturm disponieren wird, wo Erling Haaland nicht zur Verfügung steht, ließ der 62-Jährige unbeantwortet. Dafür wagte er einen Ausblick auf das Restprogramm, und Favre wäre nicht Favre, wenn er nicht alle Spiele bis zum 27. Juni als "sehr, sehr schwer" einstufen würde.

So erschreckend das erste Saisonduell mit Paderborn (3:3 nach 0:3-Rückstand) auch verlief und den Tiefpunkt einer problematischen Hinrunde markierte: Es setzte im Nachgang "viele positive Prozesse" (Michael Zorc) in Gang, die zu einer schnellen Trendwende - beginnend mit dem Auswärtssieg bei Hertha BSC - führten. Sportdirektor Zorc erneuerte am Freitag seine Forderung, dass es "nie wieder eine unterirdische erste Hälfte wie gegen Paderborn" geben dürfe.

Zorc: "Im Klub ist es sehr ruhig"

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Zorc nutzte die Spieltagspressekonferenz, um wie schon Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Mittwoch, eine Trainerdiskussion beim BVB klar zu dementieren. "Im Klub ist es sehr ruhig", beteuert der 57-Jährige, der mit dem Hinweis auf die Leistungsdaten dieser Partie seine These bekräftigte, dass es im Gipfeltreffen gegen die Bayern "relativ eng" zugegangen sei. Gleichwohl weiß Zorc, wo der Schuh in Dortmund noch drückt: "Wir müssen es in Schlüsselspielen schaffen, 100 Prozent an Leistung abzurufen, vielleicht auch mehr."

Noch keine abschließende Meinung hat sich Zorc darüber gebildet, warum seit dem Re-Start der Bundesliga nur sieben von 27 Spielen von den Heimteams gewonnen wurden. "Final untersuchen" will er dieses Phänomen erst, "wenn die Runde zu Ende gespielt ist". Am Dienstag, das ist für ihn Fakt, hätte seine Borussia die Stimulanz von den Rängen gut gebrauchen können. "Das hätte eine Dynamik und Prozesse freimachen können, die wir ohne Zuschauer nicht auf den Platz gebracht haben. Der Gegner wird zu Fehlern provoziert, und du selbst wirst beflügelt."

Thomas Hennecke

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