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Für wen erfüllt sich der Traum vom großen Abschiedsspiel?

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Für wen erfüllt sich der Traum vom großen Abschiedsspiel?

Die Kandidaten 1 und 2. Janousch/Heller

Kandidat 1: Markus Brattinger

Der "Capitano": Auch auf der 6 mit der 9.

Wenn Markus Brattinger auf dem Sportgelände des STV Deutenbach weilt, wird er oft mit "Bomber" oder "Capitano" angesprochen. Das sagt schon einiges. Viele Jahre hatte der Blondschopf auf dem Rasen überwiegend eines im Sinn: Tore schießen! Da der 1,80 m große Stürmer technisch was draufhat und zudem kopfballstark ist, brillierte er des Öfteren als Goalgetter. In jungen Jahren testete er aus, ob er auch in stärkeren Leistungsklassen mithalten könnte. Das konnte er sehr wohl, am meisten Spaß machte ihm das Kicken aber mit seinen Kumpels bei seinem Heimatklub nahe Nürnberg. "Wir sind ein echtes Team", erzählt der Kapitän, "der Zusammenhalt stimmt. Das ist so was wie eine große Familie."

Markus Brattinger. Janousch

Markus und seine Kameraden durften einige beachtliche Erfolge feiern: Den Sieg im Toto-Pokal 2014 und vor allem die zwei Aufstiege von der Kreisklasse bis in die Bezirksliga! Inzwischen ist er vom Sturm etwas weiter nach hinten gerückt, auf die Sechser-Position. Auf seinem Trikot prangt aber noch immer - klar - die 9

Warum will er jetzt aufhören? "Ich bin jetzt 34 und arbeite im Schichtdienst, da kann ich nicht jede Trainingseinheit mitmachen - und das merkt man schon", sagt der Mann, der bei Siemens als Schweißer arbeitet, und fügt an: "Wir haben zwei kleine Töchter, und da ist es an der Zeit, die Familie etwas mehr in den Mittelpunkt zu rücken."

Seit seinem fünften Lebensjahr ist er Fan der Frankfurter Eintracht. Wie kam's? "Mein Vater und ein Bekannter hatten mich mit ins Waldstadion genommen. Die Atmosphäre hat mich sehr beeindruckt." Und was ist mit dem FCN? "Zum Club gehe ich natürlich auch mit meinen Kumpels. Da ist ja schließlich immer Spannung garantiert …", sagt der Routinier lächelnd.

Spannung ist auch jetzt garantiert! Klar träumt der Deutenbacher vom großen Abschiedsspiel im Max-Morlock-Stadion: "Meine Kumpels und ich in solch einem Stadion gegen die Club-Legenden. Und die Familie und Freunde auch dabei. Das wäre ein echtes Highlight zum Abschluss!"

Das sehen auch seine Freunde vom STV so, die eigentlich ihren "Capitano" mit dem Abschiedsspiel überraschen wollten. Geheim bleiben konnte die Bewerbung jedoch nicht, denn der 34-Jährige musste schließlich die Teilnahmebedingungen unterschreiben …

Für die entscheidenden "Treffer" beim Voting müssen nun seine Fans sorgen.

Kandidat 2: David Günther

"Hütte": Hans Dampf in allen Gassen.

"In Schlalach ist grundsätzlich nichts los …" So beginnt das lustige Video mit der Bewerbung von David Günther. Rund 350 Einwohner leben in dem Ortsteil der Gemeinde Mühlenfließ im Landkreis Potsdam-Mittelmark. "Nichts los?" Stimmt gar nicht! Es gibt eine Kirche, die Feuerwehr - und den SV Traktor Schlalach. Und es gibt David Günther, den alle nur "Hütte" nennen. "Hütte", weil er so viele Tore geschossen hat? Immerhin 248 Treffer in 447 Punktspielen. "Das wäre naheliegend", antwortet er, "aber ganz ehrlich, ich werde ‚Hütte‘ genannt, solange ich denken kann - ich weiß aber nicht, warum ..."

David Günther David Günther

Fakt ist, dass "Hütte" seit der Gründung des Vereins 2002 aktiv im Vorstand ist und ein wahrer Tausendsassa. Spieler, Kapitän, Platzwart, Co-Trainer - "Hütte" macht das schon. Der Mann mit der Nummer 7 ist im Mittelfeld oder als Innenverteidiger im Einsatz, mit ausgeprägtem Offensivdrang. Er verfügt über einen strammen Schuss und ist mit seinen 1,95 m sehr kopfballstark.

Zurzeit ist die 1. Kreisklasse Havelland B das Revier des SV Traktor, der Klub hat auch schon in der Kreisliga gekickt. Weil er immer wieder neue Ideen hat, initiierte "Hütte" mit seinem Bruder Olaf und Kumpel Gunnar 2010 ein Benefiz-Hallenturnier, das seitdem jährlich ausgetragen wird. Es gibt immer ein Motto, zum Beispiel "Mini-WM" (jedes Team spielt für ein Land) oder demnächst "Musikbands". Rund 25.000 Euro wurden bislang für gute Zwecke eingespielt.

Klar, dass "Hütte" auch in Sachen Spitzenfußball auf dem Laufenden ist. Wobei sein Lieblingsklub derzeit eine triste Zeit in der 3. Liga fristet. Es ist der 1. FC Kaiserslautern. Warum gerade der FCK? Der 36-Jährige lacht: "So mit sechs, sieben Jahren habe ich mit einem Kumpel das Bundesliga-Sonderheft des kicker durchgeblättert. Und da haben wir geschaut, auf welchem Mannschaftsfoto die meisten Bälle platziert sind. Die meisten waren auf dem Lauterer Foto zu sehen. Das hat mir imponiert …"

Seine Brötchen verdient er als Medizinisch-Technischer Radiologie-Assistent in der Charité. Zu Hause gibt es eine Frau und zwei kleine Töchter. "Da wird die Zeit schon etwas knapp", gesteht der vielbeschäftigte Mann, "und die Knie tun auch weh. Es wird allmählich Zeit, die aktive Laufbahn zu beenden. Und das natürlich am liebsten im Max-Morlock-Stadion." Glaubt er denn, dass er genügend Fans zum Voting aktivieren kann? "Hütte" gibt sich optimistisch: "Davon gehe ich aus …"

Mit der NÜRNBERGER

Mein Abschiedsspiel. Das erste Duell

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