3. Liga

Schommers' Plan: "Konsequenter, cleverer und abgebrühter"

FCK-Spieler setzen Gehaltsverzicht fort

Schommers' Plan: "Konsequenter, cleverer und abgebrühter"

Kaiserslauterns Trainer Boris Schommers will die Flut der späten Gegentore eindämmen.

Kaiserslauterns Trainer Boris Schommers will die Flut der späten Gegentore eindämmen. imago images

Eine "Wundertüte", wie Boris Schommers den Re-Start bezeichnete, bietet für gewöhnlich Überraschungen. Auch für den FCK dürften in den kommenden Wochen einige davon bereitliegen. Aus Sicht der Roten Teufel jedoch hoffentlich positive. Denn den Abstiegsplätzen hatten sich die Pfälzer vor der Corona-Unterbrechung bedrohlich genähert. Nur zwei Zähler über dem Strich stehend führt den Traditionsverein die erste Dienstreise am Samstag zum direkten Konkurrenten nach Magdeburg, wo man sich nach zahlreichen Diskussionen um die Fortführung der Saison nun auch dem Sportlichen widmet und den FCK noch tiefer in den Tabellenkeller ziehen möchte.

Flut der späten Gegentore

Damit dies nicht passiert, müssen die Lauterer die Schwachstellen der bisherigen Saison abstellen. Die lange Pause wurde jedenfalls genutzt, um die bisherigen Rückrundenspiele nochmals intensiv zu analysieren. Besonders die Flut der späten Gegentore, die alleine in den vergangenen beiden Partien in Mannheim (1:1) und gegen Meppen (3:3) vier wichtige Zähler kostete, stand dabei im Fokus. "Wir haben den Spielern Hilfestellungen gegeben, damit wir in solchen Situationen konsequenter, cleverer und abgebrühter spielen, um einen Sieg in den letzten Minuten festzuhalten", berichtetet Schommers.

Schommers kündigt eine umfangreiche Rotation an

Angesichts der intensiven Belastungen der kommenden Wochen erfreut sich der 41-Jährige am breiten Kader, der ihm insbesondere in der Offensive zahlreiche Optionen bietet. "Gerade jetzt in den englischen Wochen kommt es nicht nur auf elf Spieler an. Keiner wird diese Belastung durchspielen können", weiß Schommers und kündigt eine umfangreiche Rotation an. "Wie in der Saisonvorbereitung hat sich der ein oder andere Spieler, der zuletzt weniger zum Zug kam, wieder aufgedrängt. Genau das will ich jetzt sehen." Noch fraglich ist für das Wochenende der Einsatz von Simon Skarlatidis, den Adduktorenbeschwerden plagen.

FCK-Spieler setzen Gehaltsverzicht fort

Während die Saison auf sportlicher Ebene im Schlussspurt wieder in erfolgreichere Bahnen gelenkt werden soll, sieht die ohnehin und durch die Corona-Problematik weiter verschärfte wirtschaftliche Lage unverändert kritisch aus. Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt beschäftigt sich intensiv mit der Sanierung des mit rund 20 Millionen Euro verschuldeten Ex-Bundesligisten. Etwas mehr Zeit verschafft ihm dabei ein Entgegenkommen der Mannschaft, die auch in den kommenden Monaten kollektiv auf einen Teil der Gehälter verzichten wird. "Das ist alles andere als selbstverständlich und ein bemerkenswertes Zeichen unserer Spieler", lobten Voigt und Sportdirektor Notzon.

"Wir wollen damit ein solidarisches Zeichen setzen"

"Wir als Mannschaft haben uns mit der Vereinsführung darauf geeinigt, im Sinne aller, die Teil der großen FCK-Familie sind, auf einen Teil unseres Gehaltes zu verzichten. Gerade in dieser schwierigen Zeit rund um die Corona-bedingte Krise ist es, so denken wir, ein sehr wichtiges und gutes Zeichen, das man hier beim FCK Hand in Hand arbeitet und alles dafür tut, dass der Verein und alle Beteiligten so gut es geht aus dieser Krise kommen. Wir wollen damit ein solidarisches Zeichen setzen und gleichzeitig zeigen, wie sehr uns der Verein am Herzen liegt. Jeder Einzelne in unserer Mannschaft hat einem Gehaltsverzicht zugestimmt. Und genau das ist es, was diesen Verein und vor allem auch diese Mannschaft so einzigartig macht. Dieser Zusammenhalt zwischen Vereinsführung, Mannschaft und den Fans in guten und vor allem in schlechten Zeiten sucht seinesgleichen", erklärte das komplette Team der Roten Teufel diese Entscheidung.

Moritz Kreilinger