Bundesliga

Hertha-Engpass: Kommt der 17-jährige Netz zum Zug? - Ascacibar fällt aus

Plattenhardt und Mittelstädt drohen auszufallen - Saisonaus für Ascacibar

Hertha-Engpass links hinten: Kommt jetzt der 17-jährige Netz zum Zug?

Luca Netz

Deutscher U-17-Nationalspieler und bei Hertha bereit fürs Bundesliga-Debüt: Luca Netz. imago images

Marvin Plattenhardt hatte beim 2:2 in Leipzig am Mittwochabend nach einem Luft-Zweikampf mit Tyler Adams über Schwindel und Kopfschmerzen geklagt und nach elf Minuten den Platz verlassen - nicht ohne zuvor noch das Führungstor von Marko Grujic per Eckball vorzubereiten. Der WM-Fahrer von 2018 zeigt Symptome einer leichten Gehirnerschütterung, gegen Augsburg muss er wahrscheinlich passen. Auch das Mitwirken von Maximilian Mittelstädt, der gegen RB für Plattenhardt früh ins Spiel kam, steht auf der Kippe. Mittelstädt bekam in Leipzig nach einer Stunde einen Schlag auf den Oberschenkel ab und musste behandelt werden. Ob er rechtzeitig für das Augsburg-Spiel fit wird, ist offen.

Es ist für uns nichts Außergewöhnliches, einen 18-Jährigen reinzuwerfen, wenn er gebraucht wird und wir das Potenzial sehen.

Bruno Labbadia
Spielersteckbrief Plattenhardt
Plattenhardt

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M. Dardai

Dardai Marton

Sollten tatsächlich beide fehlen, könnte das nächste Talent aus der Akademie zum Zug kommen. Während in früheren Jahren bei einem Engpass links hinten vorzugsweise Jordan Torunarigha dort aushalf, hat Bruno Labbadia andere Pläne. Er würde dann Top-Talent Luca Netz (17) in den 20er-Kader berufen - und traut auch Marton Dardai (18) die Rolle auf der linken Abwehrseite grundsätzlich zu. Als Mittelstädt behandelt wurde, wurde Dardai in Leipzig zum Warmlaufen geschickt. "Wir hätten Marton direkt reingebracht", sagte der Hertha-Coach in der Pressekonferenz am Donnerstag. "Es ist für uns nichts Außergewöhnliches, einen 18-Jährigen reinzuwerfen, wenn er gebraucht wird und wir das Potenzial sehen. Und das sehen wir bei Marton. Wir hätten ihn notfalls auch auf der linken Verteidiger-Position gebracht." Marton Dardai, der bereits gegen Union (4:0) im Kader stand, ist gelernter Innenverteidiger und kann auch im defensiven Mittelfeld spielen. Links hinten - das wäre eine Premiere gewesen für den zweitältesten der drei Söhne von Ex-Trainer und Klub-Rekordspieler Pal Dardai. Deshalb spricht einiges dafür, dass bei Bedarf gegen Augsburg mit Luca Netz ein Linksverteidiger-Spezialist im Kader steht. Netz, der erst am 15. Mai 17 Jahre alt wurde, trainiert seit Wochen wie etliche andere Talente bei den Profis mit. Der deutsche U-17-Nationalspieler wäre der nächste Vertreter der neuen Bubi-Welle, den Labbadia ohne Bauchschmerzen auf der großen Bühne bringt.

Torunariga hat sich im Abwehrzentrum festgespielt

Bei seinem Debüt als Hertha-Coach, dem 3:0 bei der TSG Hoffenheim vor zwölf Tagen, hatte Stürmer Jessic Ngankam (19) sein Bundesliga-Debüt gegeben, im Derby gegen Union Spielmacher Lazar Samardzic (18). Beide standen auch in Leipzig im Kader, Ngankam kam nach 78 Minuten für Kapitän Vedad Ibisevic aufs Feld und zu seinem zweiten Bundesliga-Einsatz.

Dass Labbadia für den Fall, dass neben Plattenhardt auch Mittelstädt passen müsste, eher nicht mit Torunarigha als linker Außenverteidiger plant, hat noch einen anderen, sehr plausiblen Grund. Eigengewächs Torunariga hat sich in der Innenverteidigung gerade festgespielt - und bildet mit Routinier Dedryck Boyata ein stabiles Bollwerk. "Momentan macht Jordan einen sehr guten Eindruck, beiden haben sich ein Stück weit eingespielt", sagte Labbadia. "Das würde ich ungern auseinanderreißen." Im Klartext: Er braucht Torunarigha im Zentrum - auch, weil dort mit Karim Rekik (Innenbanddehnung im Knie) und Niklas Stark (Leistenzerrung) zwei Arrivierte weiterhin nicht zur Verfügung stehen. Neben Rekik und Stark werden gegen Augsburg wie bereits zuletzt auch Thomas Kraft (Rückenprobleme) und Santiago Ascacibar (schwere Mittelfußprellung) fehlen.

Saison-Aus für Ascacibar

Für Winter-Neuzugang Ascacibar ist die Saison beendet. Weil die Blessur zuletzt nicht besser wurde, trägt der Argentinier inzwischen einen Air-Walker und muss den Fuß ruhig stellen. Für den für elf Millionen Euro Ablöse vom VfB Stuttgart verpflichteten Wunschspieler von Ex-Trainer Jürgen Klinsmann bleibt es damit in dieser Saison bei acht Liga-Einsätzen für Hertha.

Steffen Rohr

Bilder zur Partie RB Leipzig - Hertha BSC