Bundesliga

"34" - Pongracic grüßt seine Freunde

Wolfsburgs Innenverteidiger erklärt seinen Jubel

"34" - Pongracic grüßt seine Freunde

Marin Pongracic

Marin Pongracic zeigt die "3" und die "4". imago images

Der Laufweg wirkt wie einstudiert, dabei ist Pongracic alles andere als ein Torjäger. Nach seinen beiden Treffern bei Wolfsburgs 4:1-Triumph in Leverkusen zieht es den VfL-Verteidiger jedoch direkt zu den Kameras. Die Arme gekreuzt, mit den Fingern zeigt der in Deutschland geborene Kroate eine drei und eine vier. Ein Signal von drinnen nach draußen in Corona-Zeiten. Der Hintergrund der Pongracic-Pose: Die 34 ist eine besondere Zahl für den 22-Jährigen. Es sind die letzten beiden Ziffern seiner Postleitzahl in Landshut (84034), wo er groß geworden ist. "Ich habe nicht vergessen, wo ich herkomme", erklärt der Abwehrspieler, "das war ein Gruß an meine Freunde zu Hause."

Wir haben jetzt sehr viel Tempo in unserer Defensive, dadurch können wir dann und wann mal höher spielen und die gegnerischen Angreifer noch ablaufen.

Oliver Glasner

Die 34 als Brücke zur der Heimat des Fußballers, der in Landshut groß wurde und dann über die Stationen Bayern München, FC Ingolstadt, 1860 München und RB Salzburg im Winter nach Wolfsburg kam. In Salzburg trug er die Rückennummer 34, bei Instagram heißt er marinloco34. In Wolfsburg, wo Pongracic die Nummer 22 hat, weil Leihspieler Marvin Stefaniak (Greuther Fürth) die 34 besaß, ist er eine Investition in die Zukunft, die sich schon jetzt bezahlt macht. Nach der Corona-Pause, in der Pongracic seine körperlichen Defizite behob, präsentiert er sich in bester Verfassung. Vorläufiger Höhepunkt: Sein Auftritt in Leverkusen, der nicht nur aufgrund der Tore nahezu exzellent war (kicker-Note 1,5). Was auffällt: Pongracics Ruhe und Klasse im Spielaufbau, seine Geschwindigkeit, mit der er es selbst mit Leverkusens Sprinter Moussa Diaby problemlos aufnehmen konnte, seine Zweikampfstärke. "Marin spielt das sehr seriös", lobt Geschäftsführer Jörg Schmadtke, "ich hoffe, dass er jetzt viele Spiele am Stück absolvieren kann."

Pongracic ist für Glasners Fußball prädestiniert

Das dürfte auch im Sinne von Oliver Glasner sein. Der Trainer entschied sich bei Re-Start für Pongracic und gegen den bis dato souveränen Robin Knoche in der Innenverteidigung und liegt damit bislang goldrichtig. "Wir haben jetzt sehr viel Tempo in unserer Defensive", erklärt Glasner, "dadurch können wir dann und wann mal höher spielen und die gegnerischen Angreifer noch ablaufen." Die gefährlichen Räume zwischen Abwehr und Mittelfeld können durch die höher stehende Defensivreihe möglichst eng gehalten werden. "So können wir viele gefährliche Situationen schon im Keim ersticken." Glasners bevorzugter Fußball - Pongracic ist prädestiniert dafür.

Thomas Hiete

Bilder zur Partie Bayer 04 Leverkusen - VfL Wolfsburg