Bundesliga

42 - Augenthalers legendäre "Ich-frage-und-ich-antworte"-Presserunde

Der kicker-Countdown

42 - Augenthalers legendäre "Ich-frage-und-ich-antworte"-Presserunde

Klaus Augenthaler

Klaus Augenthaler war nach seinem Engagement noch als Trainer bei der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga und bei Landesligist SV Donaustauf tätig. Inzwischen arbeitet er im Nachwuchsbereich des FC Bayern. imago images

Das Saisonfinale 2006/07 stand ganz im Zeichen des spannenden Meisterschaftsdreikampfs zwischen Schalke 04, dem VfB Stuttgart und Werder Bremen. Doch spannend ging es auch im Tabellenkeller zu. Sechs Klubs schwebten vor dem 33. Spieltag noch in Abstiegsgefahr. Mittendrin: Wolfsburg auf dem ersten Nicht-Abstiegsplatz und Aachen, das drei Punkte hinter den Wölften auf Rang 16 stand. Das direkte Duell der beiden Tabellennachbarn hatte wegweisenden Charakter, der Druck war enorm hoch.

Auch auf VfL-Trainer Augenthaler, der zu diesem Zeitpunkt keineswegs unumstritten war. "Ständig lautete die einzige Frage der Journalisten, wer mein Nachfolger wird. Personal und Taktik hat die nicht interessiert. Ich hatte die Schnauze wirklich voll", erinnerte sich der Weltmeister im kicker-Interview 2017 zurück.

Die Idee kommt vom Co-Trainer

Co-Trainer Robert Roelofsen hatte schließlich die Idee, den Fragen aus dem Weg zu gehen und die Pressekonferenz in einem Monolog abzuhalten. "Ich habe gesagt: 'Das passt, das mache ich.' Aber nicht aus Jux und Tollerei, ich wollte mit Wolfsburg nicht absteigen", betonte Augenthaler in der Rückschau.

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Augenthalers Pressekonferenz: "Ich frage und ich antworte"

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Gesagt, getan. Der Monolog des Weltmeisters von 1990 ("Es gibt vier Fragen und vier Antworten. Die Fragen, die stelle ich, und die Antworten gebe ich auch...") geht in die Geschichtsbücher ein. Ob er schließlich auch Anteil daran hatte, dass das Team dem großen Druck in Aachen standhielt? Trotz eines 0:2-Rückstand schlug der VfL in der Schlussphase durch Tore von Christopher Lamprecht (81.) und Diego Klimowicz (86.) zurück, holte einen Punkt und war damit vor dem abschließenden Saisonspiel gegen Bremen so gut wie gerettet, da die Alemannia die wesentlich schlechtere Tordifferenz aufwies.

Für Augenthaler endete die Amtszeit in Wolfsburg trotzdem. Noch vor dem Anstoß gegen Werder (0:2) wurde ihm gesagt, dass er nach dem Saisonende zu gehen habe. "Ich bin in die Kabine und habe nur gesagt: 'Jungs, ich bin nicht mehr euer Trainer, ihr könnt spielen, wie ihr wollt. Wir haben verloren.'"

pau