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44 - Geduldsproben und Dramen: Am längsten warteten die Tifosi

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44 - Geduldsproben und Dramen: Am längsten warteten die Tifosi

Italiens Bruno Conti gegen Hans-Peter Briegel

Da half auch die "Walz aus der Pfalz" nichts: Bruno Conti, hier gegen Hans-Peter Briegel, beendete 1982 Italiens 44-jährige Wartezeit. imago images

Am 19. Juni 1938 besiegte die italienische Nationalmannschaft im WM-Finale von Paris die Ungarn mit 4:2 und verteidigte dadurch sogar seinen Titel - schon vier Jahre zuvor triumphierte die Squadra Azzurra im heimischen Rom - damals war es ein hauchdünnes 2:1 nach Verlängerung gegen die Tschechoslowakei.

Mit ihrer Titelverteidigung schafften die Italiener etwas in der Fußball-Historie fast Einzigartiges - neben Brasilien (1958 in Schweden, 1962 in Chile) ist Italien die einzige Nation, die zweimal in Folge die WM-Endrunde für sich entscheiden konnte.

WM-Held Paolo Rossi

Doch trotz dieser Lorbeeren spannten die italienischen Auswahl-Spieler ihre Tifosi gewaltig auf die Folter, denn nie war die Zeitspanne zwischen zwei WM-Triumphen größer als zwischen 1938 und 1982. 44 Jahre (drei Wochen und ein Tag) oder exakt 16093 Tage mussten vergehen, ehe sich die stolze Fußball-Nation wieder zum Weltmeister küren konnte.

Im WM-Finale 1982 im Madrider Stadion Santiago Bernabeu drehten Rossi & Co. nach der torlosen ersten Hälfte gegen die DFB-Auswahl gehörig auf und gewannen verdient mit 3:1. Es sollte der dritte Stern für die Italiener sein, den die Mannschaft von Bundestrainer Jupp Derwall ebenfalls angestrebt hatte. Bis zum vierten Stern mussten die Tifosi dann wieder einige Jahre warten - 2006 in Deutschland triumphierten sie über Frankreich.

Es sollten "nur" 24 Jahre Wartezeit werden, wobei besonders das dramatische Halbfinal-Aus bei der Heim-WM 1990 (Elfmeterschießen gegen Argentinien) sowie die bittere Finalniederlage 1994 in den USA gegen Brasilien (auch hier im Elfmeterschießen) einiges an Nerven kostete.

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