Bundesliga

Die Stärken der Bayern in der Analyse

Vor dem Duell mit Dortmund

Die Stärken der Bayern in der Analyse

Er hat das Kommando in der Mittelfeldzentrale: Bayerns Joshua Kimmich.

Er hat das Kommando in der Mittelfeldzentrale: Bayerns Joshua Kimmich. imago images

Manuel Neuer: Nur ein Dutzend Gegentore unter Flick

Auf den Keeper ist Verlass, er hält nach wie vor auch besondere Bälle, spielt gewohnt hochstehend mit. Dass der FC Bayern unter Trainer Hansi Flick erst zwölf Gegentreffer kassierte, liegt auch am Kapitän.

Spielersteckbrief T. Müller
T. Müller

Müller Thomas

Spielersteckbrief Lewandowski
Lewandowski

Lewandowski Robert

Spielersteckbrief Kimmich
Kimmich

Kimmich Joshua

Die Abwehrreihe: Starke Notlösungen

Zuerst aus der Not geboren, jetzt ein eingespieltes Quartett. Grund zur Änderung gibt es daher kaum. Benjamin Pavard rechts, Jerome Boateng und David Alaba im Zentrum und Alphonso Davies links harmonieren, funktionieren. Gerade der Österreicher als Chef der Verteidiger mache "eine sehr gute Entwicklung, ist auf einem sehr hohen Niveau", wie Flick nach dem Frankfurt-Spiel lobte: "Er hat bei Ballbesitz die Qualität und das Auge für den Raum und den Spieler. Genauso in der Defensive. Wie er organisiert, die Linie hält, Druck ausübt, die Mitspieler mit Kommandos steuert. Es ist schon so, dass er auf dieser Position ein Maßstab ist." Gemeinsam mit Boateng ergänzt sich der 27-Jährige prima; er übernimmt die kritischen Laufduelle, sein Partner ist dafür bei Kopfbällen präsenter und robuster. Den Spielaufbau, auch mal den langen Diagonalball, beherrschen beide.

Das Zentrum: Kommando Kimmich

Joshua Kimmich ist die Kommandozentrale. Defensiv und läuferisch fleißig, als Ballverteiler ein Ruhepol. Leon Goretzka als unermüdlicher Arbeiter zwischen den Boxen ein unterstützender Part. Thiago, der normalerweise die Offensive befruchtet, fällt für das Duell beim BVB mit Muskelbeschwerden aus.

Die Offensive: Eine Tormaschine wie noch nie

Noch nie erzielte ein Team zu diesem Zeitpunkt einer Saison mehr Tore als diese Bayern. 80 sind es nach nun 27 Spieltagen. Rekord. Seit Jahresbeginn entwickelten die Münchner im Angriff zu einer schwer berechenbaren Mannschaft. Es geht nicht mehr nur über die Flügel, man ist meist auch nicht mehr allein von den Einzelkönnern abhängig. Der FCB funktioniert im Verbund - mal schnell und auf direktem Weg durch die Mitte; mal ein Chip über die Abwehr; mal die gewohnte Power über die Außenbahn. Thomas Müller, den Flick als "sehr intelligent" lobte, öffnet Räume, mischt um Robert Lewandowski herum die gegnerische Abwehr auf. Und er scort unaufhaltsam. Schon 20 direkte Torbeteiligungen sammelte er in 17 Flick-Spielen, steht über die gesamte Saison schon bei 17 Vorlagen. Nur Franck Ribery bereitete 2011/12 mal mehr Tore vor, 20 waren es. Und natürlich gibt es noch Superstar Lewandowski, der auch nach seiner Verletzungspause, die er während der Corona-Unterbrechung auskurieren konnte, weiter trifft und trifft. 27 Tore nach 27 Spieltagen - eine Mega-Quote.

Das Selbstvertrauen: Keine Zufälle mehr

Die in der Vergangenheit häufig mal obligatorisch gepredigte Mia-san-mia-Mentalität wird nicht mehr nur ausgesprochen, sondern spätestens seit Jahresbeginn wieder auf höchstem Niveau gelebt. Die Bayern sind sich ihrer Stärke bewusst, sie haben Spaß am Spiel, Spaß daran, den Gegner zu dominieren. Und sie besitzen wieder das auf dem Platz sichtbare Selbstverständnis - die Automatismen greifen, die Abläufe sind einstudiert und nicht von Zufällen abhängig.

Einziger Wermutstropfen: Drei Mittelfeld-Alternativen fehlen

Die neue Regelung, dass fünfmal ausgewechselt werden darf, ist für den FC Bayern derzeit nur ein Gewinn, um Kräfte zu sparen. Allerdings ist es diese Mannschaft gewohnt, im Dreitages-Rhythmus zu spielen, der Kader auch darauf ausgerichtet. Jedoch fehlen neben Thiago derzeit auch Corentin Tolisso und Philippe Coutinho (beide Knöchel-OP). Und damit ein paar Alternativen. Doch ungeachtet dessen: Die erste Elf der Münchner ist qualitativ besser besetzt als die Startformationen aller Liga-Konkurrenten.

Georg Holzner

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