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DFB-Schatzmeister Osnabrügge: Krise ist "potenziell existenzbedrohend"

Minus von 77 Millionen Euro droht

DFB-Schatzmeister Osnabrügge: Krise ist "potenziell existenzbedrohend"

Dr. Stephan Osnabrügge

Dr. Stephan Osnabrügge sprach von einem Minus der Verbands von bis zu 77 Millionen Euro. Thomas Böcker/DFB

Osnabrügge äußerte die Hoffnung, dass die schlimmsten Szenarien "nicht eintreffen" werden und erklärte, dass die Liquidität des DFB "ohne Einschränkungen bis zum Dezember 2020 gegeben" sei. Im schlimmsten Fall würde der DFB allerdings bis zum Jahresende 96,5 Millionen Euro weniger als geplant einnehmen. Bei diesem Szenario stünde ein Minus von 77 Millionen Euro zu Buche. 13,8 Millionen Euro davon wären nicht durch Rücklagen gedeckt. "Es würde aber nicht zur Insolvenz des DFB führen", sagte Osnabrügge, aufgrund des vorhandenen Eigenkapitals wäre der Verband nicht pleite.

Hohe Bedeutung für den DFB hätten Partien der Nationalmannschaft und im DFB-Pokal. Der Spielbetrieb der Nationalmannschaft generiert allein 59 Millionen Euro, der Pokal 10 Millionen. Durch Sponsoren werden 105 Millionen Euro eingenommen. Entsprechend fiel der Wunsch Osnabrügges aus: "Wir hoffen, dass in der zweiten Jahreshälfte wieder Länderspiele stattfinden können. Das wäre für den DFB von existenzieller Bedeutung."

Kündigungen sind das letzte denkbare Mittel.

DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge

Man werde extrem sparsam agieren, um den Verlust so weit wie möglich zu reduzieren. Entlassungen sollen aber vermieden werden, auch wenn es ab dem 1. Mai in Teilbereichen zu Kurzarbeit gekommen ist. Die geplanten Lohnerhöhungen wurden ausgesetzt, die hauptamtliche Spitze hat sich zu einem Gehaltsverzicht zwischen 10 und 30 Prozent bereit erklärt. "Kündigungen sind das letzte denkbare Mittel", so Osnabrügge.

bru/sid/dpa