Bundesliga

Elfer-Streit beim FC: Hector empfiehlt einen "Stuhlkreis"

Köln: Zu viele Irrtümer für einen erfolgreichen Tag

Elfer-Streit beim FC: Hector empfiehlt einen "Stuhlkreis"

Kölns Kapitän Jonas Hector monierte das schlechte Passspiel.

Kölns Kapitän Jonas Hector monierte das schlechte Passspiel. imago images

Es war diese Szene in der 59. Minute, die einen Teil des aktuellen Dilemmas beim 1. FC Köln beschreibt. Los ging es mit dem Elfmeterpfiff und dem deutlichen Zeichen von Jhon Cordoba, dass nur er diesen Strafstoß ausführen kann. Dann die eher kindische Reaktion des Kolumbianers, der den Ball weg warf, nachdem Mark Uth ihm klar gemacht hatte, was er davon hält - nichts. Schließlich Uths Fehlschuss und die nächste Fehleinschätzung. Die Abwehr des Düsseldorfer Keepers nämlich landete einschussbereit vor einem Kölner - mit Jakobs und Uth waren allerdings gleich zwei da, mit dem Ergebnis, dass keiner schoss. Ein Irrtum mehr an diesem an Irrtümern reichen Abend. Immerhin beendete Jonas Hector die aufkommende Diskussion darüber, wer denn den Strafstoß hätte schießen sollen, mit einem Bonmot, das passte: "Das ist was für den Stuhlkreis vielleicht." Den gibt's ansonsten im Kindergarten.

Kompaktheit, Laufwege, Passschärfe - überall haperte es

"Ich bin den Jungs sehr dankbar, dass sie am Ende nochmal alles reingehauen haben und mir aus der Scheiße geholfen haben", so Mark Uth nach dem Spiel, das den Kölnern deutlich aufzeigte, dass noch eine Menge Arbeit vor ihnen liegt, wenn sie locker in den Saisonendspurt gehen wollen. Defizite gab es überall, bis zum Spiel am Mittwoch in Hoffenheim (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) werden diese nicht alle aufgearbeitet werden können. Es muss etwas in den Köpfen passieren, den Kölnern ist einiges von dem abhandengekommen, mit dem sie sich so eindrucksvoll aus dem Keller gekämpft hatten. Kompaktheit, Laufwege, Passschärfe und -genauigkeit, das Spiel in den Zonen und zwischen den gegnerischen Blöcken - überall haperte es auf dem Rasen.

Hector: "Wichtig war die Reaktion nach dem 0:2"

Immerhin ruhten sich die Spieler nicht auf dem späten Punktgewinn aus: "Wir hatten ein schlechtes Passspiel und haben dadurch dem Gegner einfache Ballgewinne ermöglicht. Wir können es besser und müssen es in der einen oder anderen Situation einfacher spielen", monierte Jonas Hector, dessen Trainer Markus Gisdol "mit gemischten Gefühlen" aus dem Spiel ging. Auch er kritisierte die Leichtfertigkeit, mit der Bälle hergeschenkt wurden, die daraus resultierende fehlende Sicherheit und hat für sich erkannt: "Nach einer sehr erfolgreichen Zeit mit vielen Siegen finden die Gegner gute Mittel. Für uns ist es jetzt wichtig, daraus zu lernen und andere Mechanismen zu entwickeln, um uns nicht verunsichern zu lassen. Wichtig war die Reaktion nach dem 0:2."

Das Risiko, das die Kölner am Ende gingen, wurde mit dem Ausgleich belohnt. Und Markus Gisdol wusste, bei wem er sich zu bedanken hatte: "Tony Modeste wollte heute unbedingt etwas bewegen. Es freut mich sehr, dass er das Tor gemacht hat. Auch Dominick Drexler muss man erwähnen. Er hatte nach seiner Einwechslung spielentscheidende Szenen."

Gisdol hat viele Alternativen

Am Mittwoch geht es weiter, möglicherweise wechselt der Trainer in seiner alten Heimat Hoffenheim ein wenig durch: "Wir haben Glück, dass wir im Kader aus dem Vollen schöpfen können und alle fit sind." Kandidaten für eine Verschnaufpause gibt es - dies zeigte der Sonntag - genug.

Frank Lußem

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