2. Bundesliga

Doppelfehler Massimo: Matarazzos unglückliches Händchen

VfB verliert auswärts wieder knapp- Ampelkarte für Didavi

Doppelfehler Massimo: Matarazzos unglückliches Händchen

Aufbauarbeit vonnöten: VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo tröstet Roberto Massimo nach dessen spielentscheidenden Blackouts. imago images

Mit 45 Punkten ging die Matarazzo-Elf in die Saisonunterbrechung, mit 45 Zählern steht sie auch nach zwei absolvierten Spieltagen noch da. Die Auswärtsschwäche, die sich beim Re-Start (1:2 beim Kellerkind Wehen Wiesbaden) abermals zeigte, wurde auch in Holstein Kiel mit dem 2:3 nahtlos fortgeführt. Wieder war es eine knappe Niederlage, die bisweilen bittere Züge trug. Ein unnötiger Platzverweis des erfahrenen Daniel Didavi, zwei Blackouts des eingewechselten Roberto Massimo und eine streitbare Elfmeterszene zuungunsten der Stuttgarter in der Nachspielzeit.

Es kam viel zusammen und trotz der Niederlage sah Trainer Pellegrino Matarazzo positive Ansatzpunkte. "Wir sind ordentlich reingekommen, haben mehrere Chancen in der ersten Halbzeit gehabt, wo wir gewohnterweise das Tor nicht treffen und Kiel mit dem ersten Schuss aufs Tor das Tor macht", so der VfB-Trainer über das Hauptmanko der Schwaben.

Spielersteckbrief Didavi
Didavi

Didavi Daniel

Spielersteckbrief Massimo
Massimo

Massimo Roberto

Trainersteckbrief Matarazzo
Matarazzo

Matarazzo Pellegrino

2. Bundesliga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bielefeld Arminia Bielefeld
53
2
HSV Hamburger SV
46
3
Stuttgart VfB Stuttgart
45

Im zweiten Abschnitt mussten die Stuttgarter dann nach Didavis Ampelkarte - erst Meckern, dann ein eher harmloses Foul - die Aufholjagd zu zehnt starten. Auch die dann gezeigte Reaktion seiner Mannschaft gefiel Matarazzo: "Wir haben trotz der Unterzahlsituation sehr viel investiert und daran geglaubt, dass wir das Spiel drehen können."

Massimo kommt und patzt doppelt

Immerhin der Ausgleich gelang dem VfB durch den Elfmeter von Gonazelez nach knapp einer Stunde, doch zu einem Punkt oder mehr sollte dieses Erfolgserlebnis nicht reichen. Dabei hatte Matarazzo etwas unfreiwillig seine Finger mit im Spiel, denn als der Coach in der 76. Minute den Allrounder Roberto Massimo ins Rennen schickte, dauerte es keine drei Minuten, bis die Kieler mit zwei Toren davonzogen. Zweimal leistete sich der unglückliche Joker einen Blackout: Erst verlor der 19-Jährige den Ball in der Vorwärtsbewegung, dann spielte er einen schlampigen Rückpass zu Keeper Gregor Kobel - zweimal schlugen die Störche eiskalt zu und zogen auf 3:1 davon. "Der Doppelfehler von Robby tut natürlich weh", sagte Matarazzo nach dem Spiel, "aber wir bauen weiter auf den Jungen und werden ihn wieder aufbauen."

Der Doppelfehler von Robby tut natürlich weh, aber wir bauen weiter auf den Jungen und werden ihn wieder aufbauen.

Pellegrino Matarazzo

Wieder eine VAR-Entscheidung gegen den VfB in der Nachspielzeit

Aber auch nach diesen Rückschlägen war der VfB "weiter mit dem Herz dabei", wie der VfB-Trainer beobachtete und wäre fast noch belohnt worden, denn nach dem Anschlusstreffer von Silas Wamangituka drängten die zehn Stuttgarter in der Nachspielzeit energisch auf den Ausgleich. Allerdings ohne Fortune, denn als Philipp Förster von Johannes van den Bergh gefährlich nahe am Strafraum getackelt wurde, blieb die Pfeife von Schiedsrichter Robert Schröder stumm. Zwar wurde der VAR in die Entscheidung einbezogen, doch es konnte weder eindeutig geklärt werden, ob es ein Foul war oder ob die Aktion innerhalb des Strafraums ausgeführt wurde.

"Ich meine, das Foul war innerhalb des Strafraums oder auf der Linie", schätzte Matarazzo die Situation nach dem Spiel pro VfB ein. Dass er seinen Unmut bereits vor dem Abpfiff lautstark geäußert hatte, brachte dem 42-Jährigen zudem die Gelbe Karte ein. Zuletzt bei der Auswärtsniederlage in Wiesebaden hatte eine VAR-Entscheidung in der Nachspielzeit die Niederlage des VfB besiegelt.

Der Aufstiegszug ist noch nicht abgefahren - "Gegen den HSV geht es um alles"

Doch abgefahren ist der Zug zurück in die Bundesliga deswegen noch nicht. Weil die direkten Aufstiegskonkurrenten aus Bielefeld und Hamburg nach der Corona-Pause auch noch ohne Dreier daherkommen, ist für die Schwaben die Chance auf die Bundesliga-Rückkehr fast noch genauso groß wie vor der Saisonunterbrechung. Einen Zähler Vorsprung hatte der VfB Mitte März als Zweiter vor dem HSV, nun liegen die Hanseaten ein mickriges Pünktchen vorne. Am Donnerstag möchte der VfB diese Ausgangslage wieder umdrehen. Dann kommt die Hecking-Elf nach Stuttgart - und weil der Tabellenführer Bielefeld sein Spiel gegen Dresden erst am 15. Juni austrägt, könnte das Spitzentrio nochmals enger zusammenrücken. Vorausgesetzt der VfB, die beste Heimmannschaft der Liga, fährt zuhause den elften Sieg im 14. Heimspiel ein.

Die Leistung in Kiel lässt Matarazzo darauf hoffen, denn: "Das war ein deutlicher Unterschied im Vergleich zum letzten Spiel. Wichtig ist, dass das keine einmalige Sache bleibt und dass wir das mit in die Partie gegen den HSV nehmen, in der es um alles geht."

bst/gem