Bundesliga

Werder Bremen: Florian Kohfeldts Signal an Nuri Sahin

Der Routinier wird von Gruev verdrängt

Kohfeldts Signal an Sahin

Florian Kohfeldt

Kämpft mit Bremen gegen den Abstieg: Florian Kohfeldt. imago images

Sahin, zu Saisonbeginn noch eine tragende Säule bei den Grün-Weißen, zählte beim Schicksalsspiel in Freiburg nicht mal mehr zum Kader. Ein mehr als deutliches Zeichen von Trainer Florian Kohfeldt, der sich von dem 31-Jährigen im Abstiegskampf offensichtlich keine Impulse mehr fürs Team erwartet.

Lange lobte der Fußballlehrer den Routinier auch dann als "enorm wichtig für die Kabine", wenn Sahin auf dem Feld keine Rolle spielte. Doch auch diese Zeiten scheinen aktuell vorbei zu sein. Taktische oder positionsbedingte Gründe kann die Ausbootung des Ex-Dortmunders nicht gehabt haben: Schließlich reiste Werder sogar mit 21 Profis in den Breisgau, Youngster Ilia Gruev blieb auf der Tribüne.

Sahin musste die Partie indes auf der heimischen Couch verfolgen, ebenso wie übrigens Johannes Eggestein. Das Bremer Eigengewächs war am Montag beim 1:4 gegen Leverkusen noch erster Einwechselspieler. Auch diese Degradierung darf als klares Signal verstanden werden. Wobei der 22-jährige Angreifer fraglos eine Perspektive bei Werder behält, während Sahins Vertrag an der Weser ausläuft und nach menschlichem Ermessen nicht verlängert wird.

Bargfredes Platzverweis macht die Sache pikant

Besonders pikant macht die Angelegenheit, dass Sahin schon am Dienstagabend gegen Gladbach nominell wieder gefragt sein könnte. Philipp Bargfrede fehlt nach seiner Gelb-Roten Karte sicher, hinter Kevin Vogt steht wegen seiner Hüftprellung ein dickes Fragezeichen. Eine Rolle rückwärts kann und wird sich Kohfeldt in dieser Personalie aber gewiss nicht leisten wollen.

Deshalb liegt auf der Hand: Im Fall der Fälle würde Maxi Eggestein die zentrale Rolle vor der Abwehr übernehmen und dessen Achterposition von einer offensiveren Kraft wie Leo Bittencourt oder Yuya Osako übernommen. Alternativ könnte Gruev, ein ähnlicher Spielertyp wie Eggestein, seine Bundesligapremiere feiern. Der 20-jährige Sohn des gleichnamigen Bremer Co-Trainers hat Sahin im aktuellen Ranking jedenfalls erkennbar hinter sich gelassen.

Thiemo Müller

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