Bundesliga

Hoffnungsmacher und Unglücksrabe Hinteregger: "Was soll man machen?"

Eintracht Frankfurt wartet seit fünf Ligaspielen auf einen Sieg

Hoffnungsmacher und Unglücksrabe Hinteregger: "Was soll man machen?"

Martin Hinteregger, Trainer Adi Hütter und David Alaba (v.l.n.r.)

Österreich-Crew: Eintracht-Trainer Adi Hütter lächelt in Richtung Eigentorschütze Martin Hinteregger, außerdem steht noch Bayern-Profi David Alaba mit dabei. imago images

2:5 in München, 1:3 gegen Gladbach, 0:4 in Leverkusen, 1:2 gegen Union Berlin, 0:4 in Dortmund: Die jüngsten fünf Bundesliga-Spiele von Eintracht Frankfurt sind wenig erfreulich für das hessische Gemüt gewesen. Zumal es hier auch noch stolze 18 Gegentore gesetzt hat.

Der Trend zeigt nach unten, zumal der letzte Dreier noch vom 7. Februar datiert (5:0 gegen Augsburg). SGE-Abwehrrecke Martin Hinteregger, der in München mit einem schnellen Doppelpack nach der Pause seiner Elf zumindest zwischenzeitlich frisches Leben eingehaucht hat, bringt es auf den Punkt: "Der Blick ging schon vor der Corona-Pause nach unten. Wenn man nur noch wenige Punkte Vorsprung nach unten hat, dann ist doch klar, wohin der Blick geht."

Spielersteckbrief Rode
Rode

Rode Sebastian

Spielersteckbrief Hinteregger
Hinteregger

Hinteregger Martin

Trainersteckbrief Hütter
Hütter

Hütter Adolf

Im Gespräch mit "Sky" fährt der Österreicher aber auch mit etwas Positivem fort, schließlich hat sich die Eintracht an diesem Samstagabend beim deutschen Rekordmeister nie komplett aufgegeben: "Wir glauben an uns, was das Wichtigste ist. Wir fahren nach dieser Niederlage auch mit einem guten Gefühl nach Hause, weil wir ordentlich gespielt haben."

Was aber wenig hilft, sind unnötig viele Gegentore. Gegentore, die einfach zu vermeiden wären wie das 45 Sekunden nach dem Seitenwechsel. Oder Gegentore, die man sich selbst einschenkt, wie beim 2:4, als Kapitän Gelson Fernandes den Münchner Alphonso Davies bediente. Oder auch wie beim 2:5, als Doppelpacker Hinteregger selbst mit einem Slapstick-Eigentor die endgültigte Vorentscheidung herbeiführte.

"Sicher eines meiner schönsten Eigentore"

"So etwas passiert, was soll man machen?", so Hinteregger über sein Missgeschick, als er den Ball quasi dreimal sichtlich überrascht und überfordert mit der Situation berührte und letztlich eben ins eigene Netz bugsierte. Seinen Sinn für Humor hat der 27-Jährige deswegen aber dennoch nicht verloren, immerhin betonte er süffisant, dass "das sicher eines meiner schönsten Eigentore war - und hoffentlich das letzte".

"Wir haben gesehen, dass wir auch in München Räume und Chancen haben können. Doch das ist einfach die Klasse des FC Bayern: Wenn sie müssen, schalten sie einfach einen Gang höher", fasst Hinteregger zusammen und fordert: "Jetzt müssen wir einfach zusehen, dass wir schleunigst wieder in die Spur kommen. Und dass wir schnell wieder punkten." Am besten bei den anstehenden Aufgaben gegen Freiburg, in Wolfsburg, in Bremen und gegen Mainz.

So brechen wir uns immer das Genick. Das ist dann eine Art Spiegelbild der Saison

Sebastian Rode über das 2:3 und das folgende 2:4

Um das zu erreichen, müsse man aber die Fehlerquote senken, wie auch Mittelfeldmotor Sebastian Rode weiß. Der Auftritt in München war für den 29-Jähirgen indes ein "Sinnbild der Saison": Oft zeige die Eintracht nach vorne gute Ansätze, hinten schieße man sich aber mit fehlender Kompaktheit oft selbst ins Knie. "Das trifft es ganz gut", so der frühere Münchner und Dortmunder.

"Wir haben immer wieder Entscheidungen, die falsch getroffen werden. Wir schenken Bälle oft zu leicht her. Oder wir holen uns wieder heraus aus dem Sumpf, kommen wie heute auf 2:3 heran - und dann schlägt es hinten direkt wieder zum 2:4 ein. Kein Vorwurf hier an Gelson (Fernandes; Anm.d.Red.), der nach langer Zeit mal wieder ein Spiel gemacht hat. Aber so brechen wir uns immer das Genick. Das ist dann eine Art Spiegelbild der Saison."

mag

Bilder zur Partie Bayern München - Eintracht Frankfurt