Eishockey

Kontroverse um Gehaltsreduktion: DEL-Spieler wehren sich

Lizenzierungsfrist läuft am späten Sonntagabend ab

Kontroverse um Gehaltsreduktion: DEL-Spieler wehren sich

Arena in Köln

Angst vor leeren Hallen: Die DEL wünscht sich reduzierte Gehälter der Spieler. imago images

"Wir wollen den Vereinen gerne helfen und sie nicht im Stich lassen, aber wir wollen Offenheit", erklärt Moritz Müller von den Kölner Haien, der die aktuelle Situation zum Anlass nahm, gemeinsam mit Patrick Reimer von den Nürnberg Ice Tigers die Gründung einer Spielergewerkschaft voranzutreiben. Was die Spieler besonders verärgert, war die sehr kurzfristige Kopplung der Forderung nach Gehaltsverzicht an das Lizenzierungsverfahren der Klubs für die kommende Saison. Schon am späten Sonntagabend, dem 24. Mai, endet die Frist für die 14 DEL-Teams.

Die Spieler fühlen sich daher zu einer raschen Entscheidung gedrängt, von "Nötigung" und sogar "Erpressung" ist die Rede. "Wir wollen, dass die Klubs den Spielern zeigen, wo ihre Probleme liegen. Eine pauschale Lösung ist aus meiner Sicht nicht möglich, dafür sind die Probleme zu unterschiedlich. Uns ist aber wichtig, dass wir nicht unter Zeitdruck zu etwas gedrängt werden, ohne einen Gegenvorschlag einbringen zu können", argumentiert Müller.

Nur Bremerhaven vermeldet Einigung

DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke hatte die erst vor knapp zwei Wochen öffentlich gemachten Vorgaben damit begründet, dass die Spielergehälter die "einzige Möglichkeit, die Fixkosten der Klubs zu reduzieren", seien. Daher solle es die Lizenz für die nächste Saison 2020/21 nur dann geben, wenn ein Viertel der Spielergehälter in "eine erfolgsabhängige Vergütung umgewandelt wird, die an den Umsatzerlösen hängt". Weiteres Ärgernis aus Sicht der Spieler: Für Manager oder Trainer soll diese Regelung nicht gelten.

Angesichts der äußerst knapp bemessenen Zeit scheint es sehr zweifelhaft, ob alle Klubs bis zum Sonntagabend der Forderung der Liga nachkommen können, sprich: alle Spieler dem Verzicht zustimmen. Bis zum Samstagnachmittag hatten lediglich die Fischtown Pinguins bereits am Freitag erklärt, mit allen Spielern zu einer entsprechenden Einigung gekommen zu sein.

jom/sid

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