Bundesliga

Union-Trainer Urs Fischer will gegen Mainz "eine Antwort"

Union Berlin: Lenz "auf einem guten Weg"

Nach Derby-Niederlage: Fischer will gegen Mainz "eine Antwort"

Urs Fischer

Erlebte einen bitteren Derby-Abend: Urs Fischer. picture alliance

Das Ergebnis war deutlich, der Einbruch der Mannschaft in der zweiten Halbzeit ebenso. Aber ratlos, nein, das sei er nicht, sagte Urs Fischer am Tag nach dem 0:4 im Derby des 1. FC Union bei Hertha BSC. "Wenn du den Gegner so einlädst wie wir in der zweiten Halbzeit, bin ich nicht ratlos. Dann muss man das so akzeptieren", sagte der Trainer der Eisernen und platzierte einen seiner Lieblingssätze: "Fußball bleibt ein Fehlerspieler - und wir hatten zu viele Fehler."

Zu den (zu) vielen individuellen Fehlern gesellte sich ein offensiv erneut mut- und ideenloser Auftritt. Vor allem aber der Doppelschlag durch Vedad Ibisevic und Dodi Lukebakio (51. und 52.) hatte Union "das Genick gebrochen", wie auch Fischer bemerkte. Am Ende wurde es für den Aufsteiger nach einer ordentlichen ersten Halbzeit ein alles in allem bitterer Abend. "Man kann sich nicht gehen lassen, und das haben wir gestern gezeigt", kritisierte Fischer. Und weiter: "Wir haben uns aufgegeben. Daraus müssen wir lernen."

Nach wie vor voll im Rennen um den Ligaerhalt

Neben dieser Kritik sollten bei dem 54-Jährigen aber auch Sachlichkeit und Zuversicht nicht zu kurz kommen. "Nach gestern und dieser Anhäufung individueller Fehler muss man das auch mal so akzeptieren", empfahl Fischer, der vor allem betonte: "Wir sind nach wie vor voll im Rennen (um den Ligaerhalt, d. Red.)."

Letzteres stimmt. Mit 30 Punkten ist Unions Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt in der Tat nach wie vor vielversprechend. Allerdings muss die Mannschaft nach den Niederlagen gegen die Bayern (0:2) und nun im Derby bei Hertha sowie vor der Corona-Pause in Freiburg (1:3) zulegen. Gegen den kommenden Rivalen Mainz, der eher der Kragenweite des Liga-Neulings entsprechen sollte, erwartet Fischer daher auch "in erster Linie eine Antwort" seiner Mannschaft. "Ich stelle mir eine Antwort darunter vor, dass man die Niederlage verarbeitet und wieder bereit ist für die nächste Aufgabe", erläuterte der Schweizer Coach.

Einsatz von Lenz noch offen

Ob Christopher Lenz am Mittwoch (20.30 Uhr, LIVE! bei kicker) gegen die Rheinhessen wieder zur Verfügung steht, ist noch offen. Der Linksverteidiger hatte am vergangenen Mittwoch das Training abgebrochen, nachdem er umgeknickt war. Nach einem Trainingsversuch am Donnerstag hatte sich Lenz für das Derby abmelden müssen. "Ob es bis Mittwoch reicht, werden wir sehen. Er ist zumindest auf einem guten Weg", vermeldete Fischer. Allerdings habe Lenz am Samstag "noch nicht auf dem Platz" gestanden.

Jan Reinold

Bilder zur Partie Hertha BSC - 1. FC Union Berlin