Bundesliga

Schalke auf Talfahrt, Leipzig schlägt Mainz, Fortuna verpasst Derbysieg

Bundesliga, 27. Spieltag: Bayern für BVB gerüstet

Schalke auf Talfahrt, Leipzig deklassiert Mainz, Fortuna gibt Derbysieg aus der Hand

Schalke, Leipzig, Köln

Die Bundesliga am Sonntag: Frust auf Schalke, Freude bei Timo Werner, später Jubel beim 1. FC Köln. Getty Images

Fortuna Düsseldorf schien im Derby beim 1. FC Köln zum Abschluss des 27. Spieltags am Sonntagabend auf einen im Abstiegskampf ganz wichtigen Sieg zuzusteuern. Karaman brachte die Fortuna in Führung (41.), Thommy erhöhte (61.), nachdem Kastenmeier kurz zuvor einen Elfmeter von Uth pariert hatte. In der Schlussphase deutete eigentlich nicht viel auf ein Kölner Comeback hin. Doch dann verkürzte Joker Modeste per Kopf (88.) und glich Cordoba in der Nachspielzeit gar noch aus (90.+1). Die Fortuna verpasste es damit, bis auf einen Punkt an den ersten Nicht-Abstiegsplatz heranzurücken.

Erneute Mainzer-Klatsche gegen Leipzig

Den belegt der 1. FSV Mainz 05, der gegen Leipzig erneut böse unter die Räder kam. Dem 8:0-Erfolg aus dem Hinspiel ließ RB im Rückspiel in Mainz einen 5:0-Sieg folgen. Werner traf auch diesmal wieder dreifach, Poulsen und Sabitzer erzielten die weiteren Treffer. Mainz war völlig von der Rolle und hätte bei konsequenterer Chancenverwertung der Gäste noch höher unterliegen können. Die Sachsen liegen damit vor dem Topduell am Dienstag zwischen Dortmund und Bayern mit drei Zählern hinter dem BVB auf Rang drei.

Schalker Talfahrt geht weiter: Augsburg feiert deutlichen Sieg

Für Schalke gibt es in der Rückrunde weiterhin kaum etwas zu holen. Der FC Augsburg feierte bei Heiko Herrlichs Bank-Debüt einen verdienten 3:0-Erfolg. Nach der schmerzhaften Derbypleite in Dortmund gab es für Schalke gegen den FCA gleich nach Anpfiff die nächste kalte Dusche, als Löwen per direktem Freistoß traf. Eine energische Reaktion der Hausherren blieb aus. Matondo scheiterte mit der besten Chance an Keeper Luthe. Auch nach dem Wechsel hatten die Schwaben wenig Mühe, den Ball aus der Gefahrenzone fernzuhalten. Als dann noch Sané ein dicker Fehler unterlief und Sarenren Bazee sehenswert zum 2:0 den Ball ins Netz schlenzte, war die Partie entschieden. Cordova erhöhte in der Nachspielzeit sogar noch zum 3:0-Endstand. Das Team von David Wagner wartet seit nunmehr zehn Ligaspielen auf einen Sieg.

Dortmund gewinnt bei Lieblingsgegner Wolfsburg

Die Serie des zuletzt siebenmal ungeschlagenen VfL Wolfsburg (4/3/0) endete am Samstag gegen Dortmund, die BVB-Serie indes gegen die Wölfe hält - mit dem 2:0 sind es nun neun Siege bei einem Remis in den letzten zehn Duellen (26:3 Tore). Die Favre-Elf hatte mehr Ballbesitz, konnte aber keine Torgefahr entwickeln. Bis zur 32. Minute, als Guerreiro eine schöne Kombination veredelte. Bei Steffens Lattentreffer kurz nach der Pause hatte der BVB Glück, beim 2:0 durch Hakimi (78.) zeigte die Favre-Elf ihre Klasse. Wolfsburgs Joker Klaus sah noch Rot (82.). Der BVB ist vor dem Schlager gegen den FC Bayern gerüstet.

Die Bayern wackeln nur kurz

Eben jener Rekordmeister löste seine Heim-Aufgabe am Abend vor den Ehrenpräsidenten Franz Beckenbauer und Uli Hoeneß am Ende glatt mit 5:2 (2:0). Goretzka und Müller stellten vor der Pause die Weichen, Sekunden nach Wiederanpfiff schien mit Lewandowskis 27. Saisontor alles klar. Ein Hinteregger-Doppelschlag binnen drei Minuten sorgte kurzzeitig für Spannung in München und forderte die Flick-Elf zu einer Tempoverschärfung heraus. Diese mündete letztlich in einen klaren Heim-Dreier und die Revanche für das 1:5 in Frankfurt in der Hinrunde, das Niko Kovac den Job gekostet hatte. Klar ist damit: Die Bayern gehen mit vier Punkten Vorsprung ins Duell mit dem BVB am Dienstagabend (18.30 Uhr).

Havertz-Doppelpack in Gladbach

"Wir haben die große Chance, uns oben richtig festzubeißen", hatte Coach Marco Rose erklärt, doch nach dem starken Auftritt in Frankfurt (3:1) musste Mönchengladbach im Derby am Niederrhein gegen Leverkusen eine empfindliche 1:3-Niederlage hinnehmen und Bayer in der Tabelle sogar vorbeiziehen lassen. Schon nach sieben Minuten lag der Ball im Netz der Fohlen. Leverkusen hätte nach dem Havertz-Treffer kurz vor der Pause bei zwei Großchancen nachlegen müssen, vielmehr glich Gladbach durch Thuram (52.) aus. Einen Elfmeter, der auch nach Videobeweis nicht zurückgenommen wurde, nutzte Havertz zu seinem zweiten Treffer, Bender erhöhte nach einem weiteren Standard (81.).

Werder beendet die Dreier-Durststrecke

Freiburg ist seinem alljährlichen Ziel, dem Klassenerhalt, nah, die magische 40-Punkte-Marke fiel gegen Bremen aber nicht. Vielmehr sendete Werder nach zuletzt nur einem Remis aus den letzten sieben Spielen und dem 1:4-Re-Start-Fehlstart gegen Leverkusen mit dem 1:0 beim Sport-Club ein Lebenszeichen und hat nur noch drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Bittencourt brachte das Team von der Weser nach 17 Minuten in Führung, die Bremen bis zum Ende mit viel Einsatz und die letzten Minuten in Unterzahl (Bargfrede, Gelb-Rot, 88.) über die Bühne brachte. Ein Freiburger Tor wurde in der Schlussminute per VAR aberkannt - Abseits.

Paderborn wartet weiter

Der SC Paderborn wartet nach dem 1:1 gegen Hoffenheim weiter auf den dritten Heimsieg (2/2/10) und bleibt Tabellenschlusslicht. Schon nach vier Minuten nutzte Hoffenheims Skov die Schlafmützigkeit des SCP, der nach einem Bikakcic-Aussetzer durch Srbeny schnell ausgleichen konnte. Der erste Treffer überhaupt im sechsten Aufeinandertreffen gegen die TSG brachte keine Sicherheit. Die Kraichgauer bestimmten das Geschehen, hatten aber Glück, dass ein Rudy-Abwehrversuch nur am Querbalken landete. Im zweiten Durchgang drängte Paderborn auf den dringend benötigten Dreier, der aber nicht gelingen sollte.

Berliner Derby: Für Köpenick kommt's knüppeldick

Hertha hatte mit Union wegen des Hinspiels (1:0 für die Eisernen) noch eine Rechnung offen, im leeren Olympiastadion sollte am Freitagabend die Revanche gelingen. Labbadias Truppe hatte durch Lukebakio (18.) und Cunha (27.) zwei gute Möglichkeiten, beide Male stand Union-Keeper Gikiewicz im Weg. Kurz vor der Pause setzte Andrich mit einem feinen Freistoß knapp am Tor vorbei ein Ausrufezeichen bei den Gästen - doch wenige Minuten nach Wiederanpfiff kam's knüppeldick für Köpenick: Erst traf Ibisevic im Berliner Regen per Kopf (51.), den Anstoß von Union fingen die Hausherren ab und stellten Sekunden nach der Führung auf 2:0 durch Lukebakio (61.). Vorbereiter war Ibisevic, genauso wie beim 3:0. Diesmal legte der Kapitän für Cunha auf, der per Flachschuss auf 3:0 stellte (61.). Hertha blieb gnadenlos, Boyata köpfte nach einer Ecke zum 4:0-Endstand ein (77.). Alle Treffer wurden übrigens verhalten bejubelt. Sechs Punkte, 7:0 Tore - unter Labbadia läuft es wieder bei Hertha.

kon