Bundesliga

Labbadia nach Traumstart: "Wäre verschwendete Zeit gewesen"

Hertha-Coach sieht sich für Vorbereitung bestätigt - Faktor Ibisevic

Labbadia nach Traumstart: "Wäre verschwendete Zeit gewesen"

Bruno Labbadia

Erwischte als Coach der Hertha einen Traumstart: Bruno Labbadia. Getty Images

"Es war schon in der ersten Hälfte sein sehr gutes Spiel von uns gegen eine gut organsierte Mannschaft. Die Art, wie wir dann nach der Pause gegen eine so top organisierte Mannschaft gespielt haben, war toll. Letztlich war es ein verdienter und wichtiger Sieg im Abstiegskampf", sagte Labbadia nach der Partie bei "DAZN". Ein Doppelschlag kurz nach der Pause leitete den am Ende deutlichen Sieg gegen die Köpenicker ein. Dabei hatte Labbadia seine Schützlinge in der Halbzeit ein wenig beruhigen müssen. Wichtig sei gewesen, den Spielern die gute Leistung der ersten Hälfte vor Augen zu führen, "weil sie unruhig wurden und es ein bisschen ins Negative ging. Ich habe nur gesagt, dass es dafür keinen Grund gibt, im Gegenteil", so Labbadia.

Labbadia freut sich über Früchte der Trainingswochen

Für den Traumstart nach dem Wiederbeginn machte Labbadia, der die Hertha erst im April übernahm, vor allem den Umgang mit den eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten verantwortlich: "Wir haben uns in den vier Wochen ohne Mannschaftstraining viele Gedanken gemacht: Wie kann man es schaffen, Ausschnitte aus unserem Spiel herauszunehmen? Sonst wäre es verschwendete Zeit gewesen. Wir haben dann mit acht Mann das Spiel gegen Ball imitiert. Die Mannschaft hat das sehr gut aufgenommen", erklärte der 54-Jährige.

Spielersteckbrief Ibisevic
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Trainersteckbrief Labbadia
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Labbadia Bruno

Ähnlich sah es auch Vladimir Darida, der gegen Union nach abgesessener Gelb-Sperre den Vorzug vor Maximilian Mittelstädt bekommen und der das 1:0 maßgeblich mit vorbereitet hatte. "Man kann sehen, dass wir eine läuferisch sehr stark Mannschaft haben und in der Pause sehr viel gearbeitet haben. Die zwei schnellen Tore haben uns sehr geholfen. Schon die erste Halbzeit war in Ordnung, wir hatten Chancen. Nach dem ersten Tor haben wir es sehr gut gemacht. Es war ein verdienter Sieg", konstatierte der Tscheche.

Labbadia ist gleich in doppelter Hinsicht froh über den guten Start, der die Hertha erst einmal hinaus aus einer prekären Lage im Tabellenkeller katapultierte. "Wir hätten in dieser Situation riesige Probleme gehabt, wenn wir nicht so gut gestartet wären", ist sich der Coach sicher.

Ibisevics nächster Frühling - und das Verhältnis zu Labbadia

Ein weiterer Grund für den exzellenten Neustart der Alten Dame ist zweifellos auch das erstaunliche Comeback von Vedad Ibisevic, der nach gutem Start in die Saison viele Monate lang kaum mehr eine Rolle im Kader gespielt hatte. Nun ist der Bosnier froh über das von Labbadia erhaltene Vertrauen: "Wir haben ein korrektes Verhältnis und kennen uns aus Stuttgarter Zeiten, damals hat es schon gut geklappt. Er kennt mich als Stürmer, ich bekomme keine Sonderbehandlung. Ich habe eine faire Chance erhalten und diese genutzt. Wir haben eine Mannschaft mit viel Qualität."

Über sein zweites Tor im zweiten Spiel unter Hertha-Coach Labbadia - wie schon in Hoffenheim ein Kopfballtreffer nach Flanke von links - meinte Ibisevic: "Ich spekuliere immer auf solche Bälle; darauf, dass die Jungs solche Bälle wie 'Platte' (Assistent Marvin Plattenhardt; d Red.) bringen. Da freut man sich drüber. Ich bin froh, dass es jetzt so läuft."

Froh war Ibisevic auch über die Revanche für das 0:1 im Hinspiel am 2. November 2019 in der Alten Försterei - vor allem für die Hertha-Fans: "Wir wissen, wie schmerzhaft die erste Niederlage für sie war. Mancher neuer Spieler bei uns versteht das noch nicht so. Umso glücklicher bin ich, dass das heute so geglückt ist."

jom

Bilder zur Partie Hertha BSC - 1. FC Union Berlin