Bundesliga

Freiburg: Über den ersten Matchball Richtung Europacup?

Sportvorstand Saier freut sich über Ausgangslage, warnt aber vor Bremen

Freiburg: Über den ersten Matchball Richtung Europacup?

Jochen Saier

Seit 2003 beim Sport-Club Freiburg tätig: Jochen Saier. imago images

Da steht jemand nur noch einen Schritt von der Ziellinie entfernt und merkt es gar nicht so recht. Corona macht's möglich. "Das hatten wir in diesem aktuell außergewöhnlichen Modus rund um den Re-Start gar nicht so sehr auf dem Schirm", kommentiert Freiburgs Sportvorstand Jochen Saier die bisher gesammelten 37 Zähler. Noch ein Sieg und die magische 40-Punkte-Marke ist geknackt. Die dürfte gerade in dieser im Tabellenkeller so punktearmen Saison gleichbedeutend mit dem Klassenerhalt sein, dem alljährlichen Ziel der Freiburger.

"Unser Weg und das Tabellenbild haben sich ja vorher in dieser Saison schon gut angefühlt und jetzt kam in Leipzig ein bemerkenswerter Punktgewinn hinzu. Aber es war eben auch nur ein Punkt nach vielen Wochen ohne Wettkampf", erklärt Saier, warum sich die Situation für ihn gefühlt nicht wesentlich verändert hat. Rechnerisch besitzt die Mannschaft von Christian Streich aber erst jetzt, am Samstag gegen Bremen den ersten Matchball. Diesen symbolischen Schritt vor Augen bringt Saier dann doch Freude und Stolz zum Ausdruck: "Das ist für uns eine tolle Ausgangslage, gerade in einer insgesamt so komplizierten Saison mit den gegenwärtigen Unsicherheiten. Die 40 Punkte wollen wir jetzt natürlich so schnell wie möglich erreichen."

"Sie werden mit allen Mitteln für einen Erfolg kämpfen"

Dazu ist ein Sieg gegen die kriselnden Bremer nötig. Vor diesem deutlich angeschlagenen Boxer warnt Saier ausdrücklich: "Wir wissen, was auf uns zukommt. Sie haben ja zum Beispiel in Person von Kevin Vogt schon angekündigt, wie sie auftreten wollen. Sie werden mit allen Mitteln für einen Erfolg kämpfen." Da müssten die SC-Profis voll dagegenhalten. Trotz der vergleichsweise komfortablen Tabellensituation sieht Saier keine Gefahr, dass sein Team nicht die dafür nötige Spannung aufbauen kann. Das habe der Auftritt in Leipzig gezeigt.

Dort hat das Streich-Team zwar vor allem in der zweiten Hälfte zu viele Torchancen zugelassen und selbst offensiv zu wenig stattgefunden, die ausbalancierte und effiziente Leistung vor der Pause war hingegen erfreulich, das Gesamtengagement stimmte auch. Das dokumentiert etwa die Laufstrecke von 121,3 Kilometern, die über dem Saisonschnitt von 116,9 Kilometern liegt.

"Ich hoffe, dass wir es diesmal besser machen"

"Auf diesem Energielevel müssen die Jungs durchziehen", sagt Saier. Denn: "Wenn wir nicht bei 100 Prozent sind, können wir in der Liga gegen jede Mannschaft verlieren. Diese Erfahrung haben wir leider schon oft gemacht", so der Sportchef. Insbesondere gegen Teams mit tabellarischen Problemen habe man sich zuletzt nicht oft mit Ruhm bekleckert. Davon zeugen beispielsweise die Rückrundenniederlagen gegen Paderborn und Düsseldorf (jeweils 0:2).

"Ich hoffe, dass wir es diesmal besser machen", sagt Saier und fordert: "Es gilt, so ein Spiel ohne negativen Druck auch als eigene Chance zu sehen und zu nutzen." Schließlich besitzt der SC bei nur zwei Punkten Rückstand auf den Sechsten Wolfsburg noch realistische Chancen, am Saisonende in den Europacup einzuziehen. Das wäre ein echter Coup. Es fühle sich gut an, "in Schlagdistanz zu sein", meint Saier: "Die nächsten zwei, drei Spiele werden entscheiden, ob wir uns oben festbeißen können oder in den Gefilden einpendeln, wo wir eher gesehen werden." Nach der Werder-Partie gastiert der SC am Dienstag in Frankfurt, beim nächsten Team mit tabellarischen Schwierigkeiten.

Carsten Schröter-Lorenz

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