Bundesliga

Geschäftsführer des 1. FC Köln Wehrle: "Besonnen und ohne Populismus"

Geschäftsführer des 1. FC Köln über Chancen und Risiken beim Neustart

Wehrle: "Besonnen und ohne Populismus"

Alexander Wehrle Geschäftsführer 1. FC Kön

Klartext mit Schutzmaske von Kölns Geschäftsführer Alexander Wehrle. imago images

… die Erleichterung nach dem gelungenen Re-Start: "Die war sehr groß. Trotz meiner Zuversicht, dass das Konzept der DFL tragfähig ist und greifen wird, trotz der Begeisterung unserer Mitarbeiter, die alle mit großem Optimismus mitzogen, verspürte ich großen Druck. Umso schöner, dass alles klappte."

… die Skepsis kritischer Fans wegen der Geisterspiele: "Ich respektiere die Meinung der Fans, die Spiele ohne Zuschauer ablehnen. Dies ist auf Dauer für keinen vorstellbar. Dennoch war es wichtig, den Spielbetrieb aufzunehmen, weil die Alternative gewesen wäre, nicht mehr zu spielen, bis ein Impfstoff erforscht und erprobt ist. Ich bin sicher, am Ende wird jeder Fan froh sein, wenn sein Verein dank der Wiederaufnahme diese Krise übersteht."

Konzept Re-Start Made in Germany

… die Bundesliga als Vorbild für das Ausland: "Wir haben uns diese Rolle nicht ausgesucht. Das Konzept bekam eine Chance von der Politik, die den Lockdown in Deutschland sehr gut gemanagt hat. Das Zusammenspiel zwischen den Verantwortlichen und der DFL genießt weltweit Anerkennung, da lebt das Made in Germany so ein bisschen auf."

… die Gefahr von Neu-Infektionen und die Reaktionen darauf: "Natürlich ist dies nicht völlig auszuschließen. Wichtig ist, dass wir alle besonnen und ohne Populismus darauf reagieren. Mehrere Studien zeigen mittlerweile, dass die Wahrscheinlichkeit, sich während eines Spiels anzustecken, sehr gering ist, weil die Kontaktdauer tatsächlich sehr kurz ist. Behalten diese Studien recht und werden die bekannten Hygiene-Vorschriften eingehalten, dann ist das Risiko minimiert."

Kaderplanung wird Herausforderung - Chancen bei Uth?

… die Probleme bei der Kaderbildung: "Das wird für jeden eine Herausforderung, weil wir noch nicht wissen, wie lange die Saison dauern wird. Wir haben zum Beispiel viele Leihspieler, die irgendwann zurückkommen. Damit werden wir uns auseinandersetzen, wenn es so weit ist. Nun müssen wir die aktuelle Situation schultern, je besser dies gelingt, desto weniger schwierig wird es."

… die Chancen, den aus Schalke ausgeliehenen Mark Uth über die Saison hinaus in Köln zu halten: "Wie wohl sich Mark bei uns fühlt, drückt sich ja schon in den Zahlen aus. Er ist im Schnitt in jedem Spiel an einem Tor beteiligt gewesen, das ist eine außerordentliche Bilanz. Die gegenseitige Wertschätzung ist hinlänglich bekannt. Wie das am Ende aussehen wird, das werden wir intern besprechen."

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Frank Lußem