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Bach: Olympia ohne Fans? "Nicht das, was wir wollen"

IOC-Präsident äußert sich in der BBC

Bach: Olympia ohne Fans? "Nicht das, was wir wollen"

Dr. Thomas Bach

Der kommende Sommer ist für Tokio die letzte Option: IOC-Chef Thomas Bach. getty images

Premierminister Shinzo Abe habe ihm klar gemacht, dass für Japan der nächste Sommer "die letzte Option" sei. Zudem hätten die Organisatoren keinen Plan für ein Backup. "Man kann nicht ewig 3000 bis 5000 Menschen in einem Organisationskomitee beschäftigen. Man kann nicht zulassen, dass die Athleten in Unsicherheit leben", sagte der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees der englischen BBC Sport.

Bach (66) gab zu, dass die Neuorganisation der Spiele eine "Mammutaufgabe" sei. Verschiedene Szenarien müssten durchgespielt werden, vor allem, weil nicht davon ausgegangen werden kann, dass es bis dahin einen Impfstoff gibt. So könnte eine Quarantäne für die Athleten, für einen Teil der Athleten oder für andere Teilnehmer erforderlich sein. "Wenn wir eine klare Vorstellung davon haben, wie die Welt am 23. Juli 2021 aussehen wird, dann werden wir die entsprechenden Entscheidungen treffen", sagte Bach.

"Geht darum, die Fans zu vereinen"

Und Geisterspiele ohne Zuschauer? "Das ist nicht das, was wir wollen. Weil es beim olympischen Geist auch darum geht, die Fans zu vereinen, und das ist es, was die Spiele so einzigartig macht, dass sie in einem Olympiastadion stattfinden mit allen Fans aus der ganzen Welt zusammen», sagte der frühere Fecht-Olympiasieger, der es aber auch nicht ganz ausschließen wollte. "Es gibt keine Blaupause dafür, also müssen wir das Rad Tag für Tag neu erfinden. Das ist sehr herausfordernd und faszinierend zugleich", sagte Bach.

Toshiro Muto, Chef des Tokio-Organisationskomitees, sagte am Donnerstag in einer Online-Konferenz, dass es auch in Japan Menschen gebe, "die glauben, dass die Sommerspiele hinter verschlossenen Türen stattfinden müssen. Unser Standpunkt ist jedoch, dass wir mehr als ein Jahr Zeit haben, bis Olympia stattfindet. Wir denken, dass es zum jetzigen Zeitpunkt noch zu früh ist, um diese Diskussion zu führen."

dpa

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