Bundesliga

Was passiert nach einem Hertha-Tor? Labbadia rät zu vorsichtigem Jubel

Hertha und die Frage: Was passiert diesmal nach einem Tor?

Labbadia rät zu vorsichtigem Jubel

Bruno Labbadia

Emotionen ja, übertriebener Jubel nein: Bruno Labbadia. imago images

Dass es für den Mann, der als Stürmer für Leidenschaft stand und als Trainer für Leidenschaft steht, kein ganz leicht zu händelndes Thema ist, diesen Eindruck machte Bruno Labbadia auch am Mittwoch in der Pressekonferenz zwei Tage vorm Berlin-Derby gegen Aufsteiger Union. "Es ist gar nicht so einfach", sagte der Coach. "Jetzt stehen wir vor einem Derby, und Emotionen sind sehr, sehr wichtig. Auf der anderen Seite haben wir gesagt, dass wir ein Stück vorsichtiger sein müssen." Das war der Rat, der an seine Spieler in dieser Woche erging.

Söder: "Die Liga wird noch nachschärfen"

Am Samstag hatten die Berliner die drei Treffer, die bei Labbadias Debüt zum 3:0-Sieg in Hoffenheim führten, innig zelebriert - mit Umarmungen und Huckepack-Einlagen. Regeln brachen sie nicht, aber sie widersetzten sich damit bestens gelaunt den Empfehlungen der DFL. Deren Ansage an die Klubs war im Anschreiben zum Re-Start klar: "Gemeinsames Jubeln, Abklatschen und Umarmungen sind zu unterlassen." Klappte nicht ganz ... Am Tag nach dem Spiel hatte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder als Gast des Sport-1-Talks "Doppelpass" Hertha gerügt und erklärt: "Ich fand es nicht gut. Die Liga wird noch nachschärfen, da bin ich mir recht sicher. Das ist sehr wichtig. Die ganze Welt schaut auf uns. Die Liga muss ein Vorbild sein, und alle müssen sich an die Regeln halten."

Trainersteckbrief Labbadia
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Labbadia: "Nie vorher Gedanken gemacht, wie man ein Tor feiert"

Labbadia hatte am Samstag seine Spieler in Schutz genommen ("Emotionen gehören auch ein Stück dazu, sonst brauchen wir dieses Spiel auch nicht zu spielen.") und war am Sonntag von Bremens Trainer Florian Kohfeldt kritisiert worden: "Ich kann Brunos Aussage einerseits verstehen, aber er bringt damit jeden anderen Trainer in Erklärungsnot. Es wurden nun mal Vorgaben missachtet, die für alle gelten sollten, und das bringt ein Problem im Umgang mit der Mannschaft." Auch wenn Kohfeldt nach dem 1:4 gegen Leverkusen am Montag in dieser Woche vermutlich kaum mehr Kapazitäten für die Bewertung der Jubel-Verhaltensweisen anderer Mannschaften haben dürfte - das Thema begleitet Hertha in den zweiten Spieltag nach der Wiederaufnahme des Liga-Betriebs. "Was mich ein bisschen stört an der ganzen Sache: Ich war als Spieler jemand, der sich nie vorher Gedanken gemacht hat, wie er ein Tor feiert", erklärte Labbadia am Mittwoch. "Ich hatte keinen Bock, da irgendwas einzustudieren. Das ist pure Freude, pure Emotion - und die muss man rauslassen, normalerweise." Normal ist indes wenig in diesen Corona-Zeiten, und auch Labbadia weiß: "Das dürfen wir nicht. Ich überlasse ein bisschen den Spielern, was sie dann machen. Aber klar - sie sollen noch ein Stück aufmerksamer sein und ein bisschen auf Abstände achten. Das ist das, was wir mit der Mannschaft besprochen haben." Um die Umsetzung zu überprüfen, müsste Hertha gegen Union am Freitagabend zunächst mal treffen. Im Hinspiel (0:1) war das eine zu hohe Hürde.

Steffen Rohr

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