3. Liga

DFB peilt Drittliga-Start am 30. Mai an - Neun Klubs drängen auf Ansetzungen

3. Liga: Abbruch oder Fortsetzung?

DFB peilt Drittliga-Start am 30. Mai an - Neun Klubs drängen auf Ansetzungen

Das Logo der 3. Liga

Kann am 30. Mai schon wieder der Ball in der 3. Liga rollen? imago images

Was die 1. und 2. Bundesliga am vergangenen Wochenende unter weltweiter Be(ob)achtung ohne größere Zwischenfälle schaffte, scheint für die 3. Liga noch weit entfernt: In Sachen Wiederaufnahme des Spielbetriebs herrscht deutliche Uneinigkeit unter den Klubs, auch wenn der DFB betont: "Die Mehrheit will weiterspielen."

Bayern gibt grünes Licht - Curtius nennt 30. Mai als Startdatum

Der DFB als Ligaträger bemüht sich satzungsgemäß um eine Saisonfortsetzung und bekam am Dienstag etwas Rückenwind aus München: Die bayerische Staatsregierung gab unter anderem für Drittliga-Spiele grünes Licht für die Austragung unter Einhaltung des entsprechenden Hygienekonzepts.

3. Liga - 28. Spieltag
3. Liga - Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
MSV Duisburg
47
2
SpVgg Unterhaching
45
3
Waldhof Mannheim
44
3. Liga - Torjäger 2019/20
Wriedt Kwasi Okyere
17
Bunjaku Albert
16
Hosiner Philipp
16
3. Liga - Topspieler (Tor) 2019/20
Kolke Markus
2,65
Mantl Nico
2,69
Weinkauf Leo
2,76
3. Liga - Topspieler (Abwehr) 2019/20
Puttkammer Steffen
2,85
Amin Hassan
2,92
Berzel Aaron
2,92
3. Liga - Topspieler (Mittelfeld) 2019/20
Stoppelkamp Moritz
2,78
Christiansen Max
2,91
Kern Timo
2,91
3. Liga - Topspieler (Sturm) 2019/20
Undav Deniz
2,50
Lex Stefan
2,80
Mai Sebastian
2,81
3. Liga - Scorer 2019/20
Undav Deniz
25
Mölders Sascha
23
Hosiner Philipp
21

In einer Presserunde am Dienstag gab sich DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius auch betont optimistisch und verkündete: "Wir gehen davon aus, dass wir am 30. Mai wieder starten können. Aber wir müssen abwarten, was die Politik entscheidet."

Weiterhin deutlicher Gegenwind

Denn auch wenn der Freistaat Bayern den Befürwortern der Saisonfortsetzung Hoffnung macht, stellt sich die Situation in anderen Bundesländern gegensätzlich dar: Wegen behördlicher Verfügungen ist in Sachsen-Anhalt derzeit selbst das Mannschaftstraining bis 27. Mai nicht erlaubt, in Thüringen sogar bis 5. Juni. Auf dem DFB-Bundestag am 25. Mai könnten die Voraussetzungen geschaffen werden, Partien auch an einen anderen Spielort zu verlegen. Dies hatte auch die DFL für die Bundesliga und die 2. Bundesliga zuletzt festgelegt.

Die beiden in Sachsen-Anhalt beheimateten Klubs Hallescher FC und 1. FC Magdeburg wiederholten ihre Abbruch-Forderung. FCM-Geschäftsführer Mario Kallnik bekräftigte gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung, "dass eine Fortsetzung des Spielbetriebs mit dem Ziel, die Saison bis zum 30. Juni bei Einhaltung annähernd gleicher Wettbewerbsbedingungen beenden zu müssen, aufgrund der unterschiedlichen Verfügungslagen nicht funktioniert." Eine Verlängerung über den 30. Juni hinaus sei aufgrund auslaufender Verträge nicht möglich.

Auch Halles Sportdirektor Ralf Heskamp warnte: "Die Wettbewerbsverzerrung wird groß sein. Neben Spielern in Quarantäne, die nicht trainieren können, kommen aufgrund des straffen Zeitplans ja noch wesentlich mehr Verletzungen bei Spielern hinzu, die es sonst nicht gegeben hätte."

Das Thema Ausfall durch Quarantäne brachte ein positiver Corona-Test beim Chemnitzer FC verstärkt auf: Am Montag vermeldete der CFC einen positiven Befund, in dessen Folge das Gesundheitsamt eine 14-tägige häusliche Quarantäne für den betroffenen Akteur sowie zwei Mitspieler anordnete.

Gruppe von Drittligisten drängt auf Terminierung

Druck wird auf den DFB aber auch aus der Gegenrichtung aufgebaut. Am Dienstagnachmittag bestätigte der DFB den Eingang eines Schreibens, in dem neun Drittligisten auf eine zeitnahe Neuterminierung der ausstehenden Spiele drängen. "Teilen Sie uns bitte bis zum 20.05.2020 um 19 Uhr verbindlich mit, wann der unterbrochene Spielbetrieb wiederaufgenommen wird", zitiert die "Bild" aus dem Schreiben, das den fünf bayerischen Drittligisten Unterhaching, TSV 1860, Ingolstadt, Würzburg und Bayern II sowie Rostock, Meppen, Chemnitz und Uerdingen zugeschrieben wird.

Man sei "von der bundesweiten politischen Beschlusslage abhängig" ließ der DFB als Antwort wissen und fügte an: "Wir haben daher bei der Politik noch einmal die Dringlichkeit und Wichtigkeit einer zeitnahen Entscheidung hinterlegt."

Wenn wir bis zum 15. Juni nicht starten, ist es unrealistisch, dass wir die Saison mit 38 Spieltagen zu Ende bringen.

Friedrich Curtius

Dringlichkeit ist tatsächlich gegeben, wenn am 30. Mai wieder der Ball rollen soll. Doch nicht nur dann. "Wenn wir bis zum 15. Juni nicht starten, ist es unrealistisch, dass wir die Saison mit 38 Spieltagen zu Ende bringen", gestand Curtius ein, die Saison soll demnach bis zum 15., spätestens bis zum 31. Juli fertig gespielt werden. Angesichts der Zerstrittenheit der Liga räumte der Generalsekretär zudem ein: "Die Situation in der 3. Liga ist heterogen, da muss man nichts beschönigen. Das belastet uns alle und fällt uns allen sehr schwer." Umso ambitionierter erscheint das Ziel von DFB-Präsident Fritz Keller: "Wir werden alles daran setzen, die Liga komplett zu überzeugen. Die Saison soll auf dem Rasen entschieden werden." Keine leichte Aufgabe.

Zweigleisigkeit? 24 oder 25 Teams? Curtius sieht Vorschläge nicht mehrheitsfähig

Zuletzt eingegangenen Vorschlägen für eine Neustrukturierung der 3. Liga erteilte der DFB eine Absage. So war zuletzt eine zweigeteilte Liga vorgeschlagen worden. "Ich glaube nicht, dass es eine Mehrheit für die aus dem Saarland vorgeschlagene zweigleisige 3. Liga gibt", sagte Curtius.

Auch die Anregung aus Jena, künftig mit 24 oder 25 Mannschaften von September bis Mai zu spielen, lehnte er angesichts der dann unumgänglichen Spieltagsflut ab: "Wenn wir im September starten könnten und Ende Mai wegen der Europameisterschaft fertig sein müssten, hätte das 46 beziehungsweise 48 Spieltage zur Folge. Plus Pokal wären das 54 Spieltage, die in 41 Wochen ausgetragen werden müssten. Das heißt, dass du praktisch nur englische Wochen hättest. Die 3. Liga, die sich immer sehr gegen Spiele unter der Woche ausgesprochen hat, muss sich dessen bewusst sein. Deshalb ist das für mich noch kein praktikabler Alternativvorschlag, der alle unsere Probleme lösen würde."

Probleme, die es zu lösen gilt, gibt es in der 3. Liga derzeit allerdings einige.

bru/JF