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UEFA eEURO 2020: Das DFB-Team peilt den Titel an

Ungewisse Aussichten und widrige Umstände

UEFA eEURO 2020: Das DFB-Team peilt den Titel an

Die DFB-Auswahl startet am kommenden Samstag in die UEFA eEURO 2020.

Die DFB-Auswahl startet am kommenden Samstag in die UEFA eEURO 2020. UEFA

Die Vorbereitungszeit wurde aufgrund der Corona-Krise mächtig gekürzt, ursprünglich sollte das Turnier erst am 10. und 11. Juli im Rahmen eines Live-Events in London ausgetragen werden - parallel zur entscheidenden Phase der realen Europameisterschaft. Eine Durchführung vor Publikum und unter physischer Anwesenheit der Teilnehmer stand allerdings schnell nicht mehr zur Debatte, die eEURO wurde zum reinen Online-Wettbewerb umfunktioniert.

Diese Maßnahme kann besonders hinsichtlich der Server-Latenz zum Zünglein an der Waage verkommen, die sportliche Integrität wird auf die Probe gestellt. Prognosen fallen nicht nur aufgrund der technischen Umstände schwer, kaum ein eFootballer kann auf echte Wettkampfpraxis aus den vergangenen Wochen zurückblicken. Die individuelle Verfassung der Beteiligten sollte bei eFriendlys und Charity-Veranstaltungen, deren Charakter oftmals mehr als freundschaftlich ausfiel, auf den Zenit befördert werden.

Die deutschen Hoffnungen ruhen auf Mike 'EL_Matador' Linden, Mehrab 'MeroMen' Esmailian, Matthias 'GoooL' Winkler und Pejam 'Payamjoon69' Zeinali. Die Mitglieder des DFB-Quartetts stehen ausnahmslos beim FC Schalke 04 unter Vertrag, der bezüglich der kompetitiven Professionalität in eFootball PES 2020 nationaler Vorreiter ist. International dagegen war in der laufenden respektive unterbrochenen Saison der Wurm im Schalker Spiel: In der eFootball.Pro League von Entwickler Konami belegen die "Knappen" nach fünf Spieltagen den letzten Tabellenplatz, Einzelsiege wurden nur zum Auftakt gegen Celtic Glasgow gefeiert. Aufgefallen waren die Gelsenkirchener hauptsächlich durch fehlende Torgefahr, nur vier eigene Treffer stehen zu Buche - der FC Arsenal hat als zweitschwächstes Team in dieser Statistik schon zehn erzielen können.

Die Vorzeichen sind schwer zu deuten

Im krassen Gegensatz zu den schwachen Leistungen im königsblauen Dress steht die Souveränität, die die eNationalmannschaft während der Qualifikation an den Tag legte. Mit einer Bilanz von zehn Siegen aus zehn Spielen bestand zu keinem Zeitpunkt ein Zweifel an Deutschlands Durchmarsch in die Endrunde. Selbst die Türkei, die sich über die Playoffs ebenfalls ein Ticket für die eEURO sicherte, hatte der DFB-Auswahl in zwei Begegnungen wenig entgegenzusetzen - 3:2 und 9:4 lauteten die Ergebnisse gegen den ärgsten Konkurrenten.

Doch auch mit dem Adler auf der Brust ist nicht alles eitel Sonnenschein, die jüngste Generalprobe dämpfte die Titelhoffnungen. Beim freundschaftlichen Vierländerturnier musste sich Deutschland in einem Feld mit Italien, Luxemburg und Finnland mit dem dritten Platz zufrieden geben. Einzig 'EL_Matador' konnte mit zwei Einzelsiegen auf voller Linie überzeugen, 'GoooL' hingegen geriet beim 1:6 gegen den Luxemburger 'Golf_Rrrrracer' unter die Räder. In der Gruppenphase wird das deutsche Team am Samstag jedoch zunächst auf andere Gegner treffen: Spanien, Rumänen sowie Bosnien und Herzegowina wurden zum DFB in Gruppe A gelost.

Zur Bestimmung der beiden Viertelfinalisten wird das duale System angewandt. Ein Sieg im Auftaktmatch gegen Bosnien und Herzegowina würde die eNationalmannschaft ins Upper Bracket befördern, bei einem weiteren Sieg gegen den Gewinner der zweiten Partie stünde der Einzug in die K.o.-Phase fest. Enormer Druck käme dagegen im Fall einer Niederlage zum Start auf, im Lower Bracket müsste die zweite Begegnung anschließend unbedingt gewonnen werden - ansonsten wäre das Vorrunden-Aus in Stein gemeißelt. Über einen Sieg im zweiten Spiel des Lower Brackets würde ein Entscheidungsmatch gegen den Verlierer aus dem Upper Bracket erzwungen. Oder um es simpler auszudrücken: Wer zweimal gewinnt, zieht ins Viertelfinale ein. Wer zweimal verliert, muss die Segel streichen.

Ungewohnt dürfte für die PES-Profis das 1vs1-Format ausfallen, sind sie es doch aus dem regulären Ligabetrieb gewohnt, in Dreierteams gegen ihre Kontrahenten anzutreten. Diese Umstellung wird allerdings die meisten Teilnehmer betreffen. Grundlegend zählt die deutsche Auswahl nach wie vor zum Favoritenkreis auf den Europameister-Titel, das Überraschungspotenzial der Mannschaft scheint in beide Richtungen jedoch groß zu sein. Dem Optimismus beim DFB konnten aber auch die jüngsten Rückschläge nicht ernsthaft etwas anhaben. "Wir sind bereit für den Angriff auf den Titel", ließ der Verband via Twitter verlautbaren - die Wahrheit wird auf dem virtuellen Rasen liegen.

Niklas Aßfalg

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