2. Bundesliga

HSV-Trainer Hecking: "Dort müssen wir den Finger in die Wunde legen"

HSV: Ärgerlicher Punktverlust in der Nachspielzeit

Hecking: "Dort müssen wir den Finger in die Wunde legen"

Dieter Hecking

Drei Punkte in Fürth knapp verpasst: Dieter Hecking. imago images

In einem rasanten Spiel hatten die Hamburger in Fürth einen Rückstand (Havard Nielsen, 35.) gedreht und lagen nach Toren von Jeremy Dudziak (48.) und Joel Pohjanpalo (41.) bereits auf Siegkurs. Doch dann folgte in der vierten Minute der Nachspielzeit ein letztlich entscheidender Eckball: Bei diesem brach in der HSV-Defensive das große Chaos aus, ehe der Ball vor die Füße von Nielsen kullerte. Der Norweger traf humorlos zum 2:2 und entriss den Rothosen so den schon sicher geglaubten Auswärtssieg.

Nach Abpfiff war man sich im Hamburger Lager einig. Adrian Fein betonte via Vereinswebsite, wie "bitter" es sei, "dass wir das Spiel noch aus der Hand gegeben haben und nicht mit drei Punkten abreisen". Eine nahezu identische Aussage gab es von Pohjanpalo zu hören ("Es ist sehr bitter und schade, dass wir heute nur einen Punkt mitgenommen haben.").

Für den Finnen war auch klar, wie es dazu kommen konnte - die mangelnde Chancenverwertung nach dem 2:1, als der HSV durchaus vielversprechende Kontergelegenheiten liegenließ. "Wir müssen in der zweiten Hälfte das dritte Tor nachlegen, dann ist das Spiel entschieden. Das haben wir leider verpasst."

Wir sind jetzt Zweiter und jagen Bielefeld.

Adrian Fein

Ähnlich sah es Trainer Dieter Hecking. "Der späte Ausgleich schmerzt, wir müssen aber vorher schon das dritte Tor machen. Dort müssen wir den Finger in die Wunde legen. Das ist sehr ärgerlich", so der 55-Jährige, der aber auch betonte, dass "die Mannschaft nach dem 1:1 eine klasse Leistungssteigerung gezeigt" und dass man "mit Blick auf die anderen Ergebnisse ein Teilziel erreicht" habe.

In der Tat ist das der Fall. Denn der eine Zähler im Frankenland reichte, um in der Tabelle am VfB Stuttgart (1:2 beim SV Wehen Wiesbaden) vorbeizuziehen und sich zum ersten Verfolger von Spitzenreiter Bielefeld zu machen. Mit Blick auf die anstehenden Duelle gab Fein schonmal die Marschroute vor: "Wir sind jetzt Zweiter und jagen Bielefeld."

Schnelle Anpassung an ungewohnte Atmosphäre

Zur ungewohnten Geisterspielatmosphäre äußerten sich die Norddeutschen ebenfalls. So sagte Hecking, dass man "gerade zu Beginn des Spiels gemerkt" habe, "dass die Situation für uns alle ungewohnt war. Im Laufe der Partie war dann aber Feuer und Leidenschaft von beiden Mannschaften drin." Ähnlich empfand es auch Jairo. "Insgesamt war es schon komisch, ohne Fans zu spielen, vor allem vor dem Anpfiff", sagte der Spanier, um dann hinterherzuschieben: "Aber sobald der Ball rollt, versucht man das Drumherum zu vergessen und alles zu geben."

drm

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