Bundesliga

Chefcoach Fischer zurück bei Union - aber gegen Bayern nicht im Stadion

Union Berlin: Stellvertreter Hoffmann wagt keine Vorhersage

Chefcoach Fischer zurück - aber gegen Bayern nicht im Stadion

Urs Fischer

Urs Fischer wird gegen Union nicht gegen den FC Bayern coachen. imago images

Beim 1. FC Union Berlin gab es am Samstag eine Premiere. Zum ersten Mal führten die Köpenicker eine Pressekonferenz virtuell durch. Vor dem Spiel gegen Bayern München am Sonntag (18 Uhr, LIVE! bei kicker) konnten Medienvertreter ihre Fragen per Rechnerpost einsenden. Diese wurden von Vereinssprecher Christian Arbeit an Co-Trainer Markus Hoffmann übermittelt.

Der Österreicher war erstmals Gast in dieser Runde, weil Chefcoach Urs Fischer wegen des Todes seines Schwiegervaters die Mannschaft beim Re-Start nicht betreuen wird. "Es ist nachvollziehbar, dass Fußball im Moment nicht die höchste Priorität für Urs Fischer besitzt. Dafür hat jeder Verständnis. Wir haben ein gutes Verhältnis, wir können über alles offen sprechen", sagt Hoffmann.

Fischer ist am Samstag aus Zürich nach Berlin zurückgekehrt. Er werde gegen die Bayern aber nicht im Stadion sein, sagte Vereinssprecher Christian Arbeit. Fischer soll am Dienstag wieder zur Mannschaft stoßen. Voraussetzung dafür sind zwei negative Corona-Tests. Den ersten habe Fischer am Samstag in Berlin durchgeführt, der zweite soll am Montag folgen.

Während des Spiels wird es aber keinen Kontakt zu Urs Fischer geben. Dafür ist keine Zeit.

Union-Co-Trainer Markus Hoffmann

Fischer war zu Wochenbeginn wegen der sich anbahnenden privaten Sorgen aus dem Quarantänecamp in Barsinghausen abgereist. Die Arbeit auf dem Platz übernahmen seine Assistenten Hoffman und Sebastian Bönig. Die Abstimmung mit Fischer blieb jedoch konstant. "Wir haben jeden Abend mit dem kompletten Trainer-Staff eine Videositzung gemacht. Während des Spiels wird es aber keinen Kontakt zu Urs Fischer geben. Dafür ist keine Zeit", berichtet Hoffmann.

Hoffmann: Etwas vorherzusagen, ist unmöglich

Die sportlichen Voraussetzungen, die Union gegen den Ligakrösus in die Waagschale werfen kann, sind schwer zu beurteilen. Von den Stammplatzkandidaten, die zu den 27 Barsinghausen-Fahrern gehörten, ist nur Vizekapitän Marvin Friedrich (Gelb-Rot-Sperre) keine Option. Und wo steht Union jetzt? "Das ist unmöglich einzuschätzen, weil es noch nie eine Vorbereitung in dieser Form gegeben hat. Es gab kein Testspiel und wir sind erst seit gut einer Woche im Mannschaftstraining. Etwas vorherzusagen, ist unmöglich", erklärt Hoffmann.

Von 27 auf 23 und dann auf 20

Nach dem Abschlusstraining am Samstag hat Union den Kader von 27 auf 23 Akteure reduziert. In Anhängigkeit der Ergebnisse des sonnabendlichen Corona-Tests erfolgt am Sonntag, dem achten Tag in Quarantäne, eine weitere Minimierung auf das übliche 20-Mann-Aufgebot.

Die Alte Försterei wird beim Spiel weiträumig abgesperrt, damit sich keine Fans um das Stadion herum sammeln können. Selbst das letzte bisschen Geisterstimmung wird traurig sein. Stadionsprecher Christian Arbeit schweigt, weil es im DFL-Konzept keine derartigen Kaderposten gibt. Die Aufstellungen werden nicht verlesen und weder Tore noch Wechsel angesagt. Zum schmalen Rahmenprogramm gehören nur Musik vom Band vor dem Spiel und das Abspielen der Union-Hymne von Nina Hagen beim getrennten Einlaufen der Teams.

Arbeit: "Es sind keine normalen Umstände"

Bei jedem Heimspiel sind die Zäune der Heimbereiche mit Fahnen gnadenlos zugehängt. Gegen den FCB fällt auch das aus. "Wenn wir diese schmerzhafte Situation ohne Fans durchleben müssen, werden wir als Verein keine technische Mittel nutzen, um Fans zu ersetzen, die ohnehin nicht zu ersetzen sind", sagt Arbeit. "Die Fans werden auch nichts tun, um Normalität zu suggerieren. Es sind keine normalen Umstände."

Matthias Koch