Bundesliga

"Vorbildfunktion nicht gerecht geworden": Herrlich gegen Wolfsburg nicht auf der Bank

Freimütige Berichte über Missachtung der Quarantäne-Regeln

"Vorbildfunktion nicht gerecht geworden": Herrlich gegen Wolfsburg nicht auf der Bank

Heiko Herrlich

Heiko Herrlich wurde Anfang März als neuer Trainer beim FC Augsburg vorgestellt. imago images

"Ich habe einen Fehler gemacht, indem ich das Hotel verlassen habe. Auch wenn ich mich sowohl beim Verlassen des Hotels als auch sonst immer an alle Hygienemaßnahmen gehalten habe, kann ich dies nicht ungeschehen machen. Ich bin in dieser Situation meiner Vorbildfunktion gegenüber meiner Mannschaft und der Öffentlichkeit nicht gerecht geworden", bedauert Herrlich. "Ich werde daher konsequent sein und zu meinem Fehler stehen. Ich werde aufgrund dieses Fehlverhaltens das Training morgen nicht leiten und die Mannschaft auch nicht am Samstag im Spiel gegen Wolfsburg betreuen."

Herrlich benötigt nun zwei negative Corona-Tests

In den nächsten Tagen werden nach Klub-Angaben weitere Corona-Tests durchgeführt. Der erste findet am morgigen Freitag statt, wenn die gesamte Mannschaft und der komplette Trainer- und Betreuerstab vor dem Heimspiel gegen die Wölfe getestet wird. Ein weiterer Test soll dann Anfang der nächsten Woche durchgeführt werden. Nach zwei negativen Testergebnissen soll Herrlich die Trainingsarbeit beim FC Augsburg dann wieder aufnehmen.

Die Quarantäne-Regeln hat die Deutsche Fußball-Liga durch die Task-Force erarbeitet, um den Spielbetrieb an diesem Wochenende wieder aufnehmen zu können.

Klassisches Eigentor: Die zweite Verschiebung für Herrlich

Herrlich muss damit ein zweitens Mal auf sein Pflichtspiel-Debüt bei den Augsburgern warten. Der frühere Bundesliga-Torjäger hatte am 10. März bei seiner Vorstellung als Nachfolger von Martin Schmidt schon über das Wolfsburg-Spiel gesprochen, ehe die Liga wegen der Corona-Pandemie für 66 Tage unterbrochen wurde. Am heutigen Donnerstag schoss der FCA-Coach dann mit seinen freimütigen Äußerungen über den unerlaubten Gang vom Quarantäne-Hotel zum Supermarkt ein klassisches Eigentor. Läuft die Angelegenheit für den 48-Jährigen glimpflich ab, wird er sein neues Team erstmals beim Spiel am übernächsten Sonntag auf Schalke (24. Mai, 13.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de) betreuen können.

Herrlichs Trainerassistenten Tobias Zellner und Jonas Scheuermann dürften ihren Chef aller Voraussicht nach am Samstag vertreten.

bst

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