Bundesliga

Quarantäne: Herrlich verletzt die Regeln

FCA-Coach brennt auf sein Debüt, macht sich aber Gedanken

Quarantäne: Herrlich verletzt die Regeln

Heiko Herrlich

Heiko Herrlich steht vor seinem Debüt mit dem FC Augsburg. picture alliance

Am 10. März war Heiko Herrlich als Nachfolger von Martin Schmidt vorgestellt worden. Fünf Tage später hätte er sein Debüt gegen den VfL Wolfsburg geben sollen. Doch die Corona-Pandemie legte den Spielbetrieb lahm - und so wird Herrlich erst am Samstag, über zwei Monate später seinen Einstand geben.

Nach wochenlangem Warten brennt er auf den Re-Start und seinen ganz persönlichen Neuanfang. Der Auftrag ist der gleiche geblieben: Herrlich soll den FCA vor dem Abstieg bewahren. Seit fünf Spielen ist der Tabellen-14. sieglos. "Unsere Lage ist gefährlich, wir brauchen Punkte", sagte Herrlich am Donnerstag bei einer Video-Pressekonferenz.

Doch nicht nur über Taktik und Aufstellung machte er sich Gedanken, sondern auch zur Ausnahmesituation. "Das beschäftigt einen natürlich, wir sind ja keine Eisklötze", so Herrlich, der sich wegen seines beeinträchtigten Immunsystems nach dem Gehirntumor im Jahr 2000 ohnehin mehr Gedanken macht.

FCA-Coach zum Jubel von Spielern: "Niemanden verurteilen"

Die anstehenden Geisterspiele bewertet er als ganz besondere Herausforderung. "Damit umzugehen, ist die Schwierigkeit", sagte der Coach. "Die Mannschaft, die das am besten schafft, wird die meisten Punkte in den restlichen neun Spielen holen."

Schwierigkeiten sieht er auch in der Umsetzung der Hygieneregeln, zum Beispiel den Verzicht auf Abklatschen und Umarmungen beim Jubeln. "Die Vorgaben sind gut und richtig, aber wenn das in der Emotion, und Fußball ist ein emotionales und leidenschaftliches Spiel, trotzdem passiert, dann darf man niemanden verurteilen. Jeder ist mit der Situation neu konfrontiert", meinte Herrlich und warnte: "Wenn wir dann anfangen, das zu kontrollieren und in den Medien zu zeigen und das denunzieren, dann sind wir in einer Sackgasse."

Herrlich verlässt Quarantäne für Einkauf

Er selbst scheint es mit der Isolation jedenfalls nicht ganz so genau zu nehmen. So berichtete Herrlich, dass er kürzlich entgegen der DFL-Richtlinien die Quarantäne im Mannschaftsquartier verlassen habe. "Wir sind im Hotel in Quarantäne und sollen da eigentlich auch nicht rausgehen. Es gibt aber Situationen, die es einfach erfordern", erzählte der Trainer ungeniert: "Ich habe keine Zahnpasta und keine Hautcreme mehr gehabt, und dann bin ich mit meinem Trainingsanzug in der Nähe zu einem Supermarkt gegangen."

cfl/pau/dpa

Die siebtlängste Unterbrechung der Bundesliga-Geschichte endet