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1. SV Oberkrämer: Ein Kreisoberligist und die Krux mit der Quotientenregel

Härtefall aus Brandenburg

1. SV Oberkrämer: Ein Kreisoberligist und die Krux mit der Quotientenregel

Quotientenregel - noch so ein Wort, das aktuell Konjunktur hat. Gemeint ist damit ein einfaches Prinzip, mit dem in vielen Landesverbänden trotz eines vorzeitigen Saisonabbruchs der bis dato sportliche Verlauf der Spielzeit 2019/20 berücksichtig werden soll. Während auf Absteiger verzichtet wird, soll es Aufsteiger durchaus geben. Nähme man zur Ermittlung alleine die aktuelle Tabellenposition als Grundlage, hätte das aufgrund unterschiedlicher Anzahl von absolvierten Partien Ungerechtigkeiten zur Folge. Die Formel lautet also: Erzielte Punkte geteilt durch Zahl der ausgetragenen Spiele.

Doch auch das hat Härtefälle zur Folge. Ein Team, dem trotz überragender Saison die Chance verwehrt wird, in die nächsthöhere Liga (Landesklasse) aufzusteigen, heißt 1. SV Oberkrämer: Ungeschlagen steht das Team auf dem zweiten Tabellenplatz der Kreisoberliga Oberhavel/Barnim, doch während die erstplatzierte SG Einheit Zepernick einen Quotienten von 2,5882 vorzuweisen hat, landet Oberkrämer mit 2,5625 haarscharf dahinter. Pech, könnte man nun sagen und es dabei belassen, doch die Hintergründe, die diesen kleinen Unterschied ausmachen, lohnen sich in diesem Fall einer Betrachtung.

Denn es kommt durchaus einiges zum Nachteil des 1. SV Oberkrämer zusammen: So musste der Verein aufgrund eines zu wenig gemeldeten Schiedsrichters mit einem Minus von drei Punkten in die Saison starten und wurde dennoch Herbstmeister. Weil eine Mannschaft sich während der Hinrunde abgemeldet hat kommt der SVO, der einmal spielfrei war, zum Zeitpunkt des Abbruchs nur auf 16 Spiele, während der Erstplatzierte 17 Partien vorzuweisen hat. Da hilft es auch nichts, dass der SV Oberkrämer im direkten Duell gegen den Erstplatzierten auswärts gewonnen und das bessere Torverhältnis hat.

Lässt man den Punktabzug außen vor - schließlich liegt der ja in der Verantwortung des Vereins - bleibt das zufällige Pech mit dem Spielplan. Bitter: Schon in der Saison 2018/19 verpasste der SVO den Aufstieg nur äußerst knapp.

Das Team aus dem Nordwesten Berlins schiebt natürlich Frust - und will nicht kampflos aufgeben: "Wir haben beim Fußballkreis Oberhavel/Barnim und beim FLB einen Antrag auf Aufstieg, beziehungsweise Eingliederung in die Landesklasse aufgrund eines besonderen Härtefalles gestellt und hoffen, dass unserem Antrag gefolgt wird", teilt der Verein mit. Schließlich stünde man völlig unverschuldet nicht auf Platz eins und hätte zu keiner Zeit die Chance gehabt, diesen Nachteil auszugleichen Ob hier das letzte Wort gesprochen ist, bleibt abzuwarten. Der Verband hat auf eine kicker-Nachfrage noch nicht reagiert.

jam