Bundesliga

Christian Seifert verteidigt DFL-Konzept: Dresden "bringt unseren Zeitplan nicht ins Wanken"

Der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL stellt sich

Seifert verteidigt DFL-Konzept: Dresden "bringt unseren Zeitplan nicht ins Wanken"

Christian Seifert ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Äußerte sich zur Bundesliga-Fortsetzung genauso wie zum neuen Fall Dynamo Dresden: Christian Seifert. imago images

Christian Seifert hatte nach dem erfolgreichen Vorlegen des DFL-Gesundheitskonzepts erst grünes Licht der Politik erhalten, um am vergangenen Donnerstag wie erwartet den Re-Start der Bundesliga und 2. Liga zu verkünden. Eine Nachricht, die bundesweit wie auch bei UEFA-Präsident Aleksander Ceferin wohlwollend aufgenommen worden war.

Doch "das leuchtende Beispiel Bundesliga", die als erste große Sportliga der Welt wieder ein wenig zurück zur Normalität kehren will und sogar von der "New York Times" als eine Art Wegweiser für NBA, NHL, NFL, MLS & Co. angesehen wird ("In Deutschland gibt es Ordnung und eine klare Strategie, um die Liga neu zu starten"), erhielt schon am Samstagabend einen neuerlichen Dämpfer: Dynamo Dresden meldete neue Coronavirus-Fälle, muss auf Weisung des Gesundheitsamts 14 Tage in Quarantäne - und kann damit mindestens zwei Pflichtspiele nicht absolvieren.

"Wir ändern nichts an unserem Ziel"

Seifert wurde damit direkt im "Aktuellen Sportstudio" konfrontiert - und brachte den Fall in Verbindung mit dem vorgelegten Gesundheitskonzept, das genau für solche Fälle Punkte enthält und laut Seifert auch greift. Der DFL-Boss führte im "ZDF" aus: "Ich habe schon heute Nachmittag davon erfahren, die Geschäftsleitung von Dynamo hat einen unserer Mitarbeiter davon in Kenntnis gesetzt. Das zeigt, dass das Konzept funktioniert - und dieses sieht eben vor, dass ein etwaig betroffenes Team nach Entscheidung des zuständigen Amtes in Quarantäne muss. Auch die Sportministerkonferenz hat bereits in der jüngeren Vergangenheit empfohlen, dass bei Auftreten eines Falles eine 14-tägige Quarantäne folgen soll." So ist es geschehen - unabhängig davon, dass die DFL selbst lieber nur die betroffenen Personen in Quarantäne vorgesehen hat. Die Deutsche Fußball Liga müsse sich aber daran halten.

"Wir haben von Anfang an gesagt, dass das etwas ist, worauf wir uns einstellen müssen", ging Seifert darüber hinaus ins Detail. "Und wenn jetzt 14 Tage Quarantäne angesetzt sind, dann müssen wir uns nächste Woche im Sinne des Spielplans damit befassen - und das werden wir. Aktuell bringt das unseren Zeitplan aber nicht ins Wanken. Die DFL hat an diesem Konzept lange gearbeitet - und wir haben immer betont, dass das die Gesundheitsämter vor Ort für jeden einzelnen Fall, für jedes Team bestimmen. Sie geben den Takt vor. Für die 2. Liga, wo noch 81 Spiele anstehen, können jetzt eben zwei Spiele von Dynamo Dresden nicht gespielt werden. Wir ändern aber nichts an unserem Ziel, die Saison sportlich beenden zu wollen. Ich interpretiere das nicht als Rückschlag."

Christian Seifert ist der Vorsitzende der Geschäftsführung der Deutschen Fußball Liga (DFL).

Verteidigt das vorgelegte und von der Politik abgesegnete Konzept der DFL: Christian Seifert. imago images

Die Frage, ob bei weiteren neuen Fällen bei anderen Klubs in anderen Bundesländern ebenfalls der gesamte Stab für zwei Wochen in Quarantäne muss oder eventuell nur die betroffenen Personen herausgenommen werden, könne Seifert "nicht beantworten. Die Entscheidung liege wie im Leitfaden vorgegeben stets individuell beim jeweiligen Amt. Es gibt sogar Mannschaften, die mit mehreren Ämtern sprechen müssten, weil sie mehrere Landkreise tangieren. Es ist zudem hypothetisch, was passiert, wenn das in anderen Städten passiert. Fakt ist nur, dass bei vielen Mannschaften gerade der dritte Test vonstatten gegangenen ist - bei anderen sogar schon der vierte. Wir schauen uns das mit Dresden nächste Woche an, alles weitere wird man sehen."

"Die Saison soll weiterhin bis 30. Juni beendet werden"

Für den Moment müsse die DFL schlichtweg die Situation annehmen, wie sie ist - und in der kommenden Woche Kontakt mit den Zweitligisten aufnehmen. Seifert dazu: "Jeder Plan muss eine Flexibilität haben, das haben wir immer gesagt und deswegen auch mit ins Konzept integriert. Wir stehen nach wie vor am Anfang des Wiedereintritts der Bundesligen. Wir haben außerdem schon gesehen, dass völlig symptomfreie Menschen auf einmal doch positiv getestet wurden. Das kann passieren. Das ist etwas, das wir nicht beeinflussen können."

Dresden allein sorge allerdings wie bereits erwähnt nicht dafür, dass der ausgerufene Plan, sämtliche regulär noch ausstehende Partien im deutschen Oberhaus sowie Unterhaus in eineinhalb Monaten ordentlich zu Ende zu bringen, über den Haufen geworfen wird. DFL-Boss Seifert meint vielmehr: "Die Saison soll weiterhin bis 30. Juni beendet werden. Theoretisch - und das ist schon möglich - wandert die Relegation in den Juli. Wir haben Puffer, auch darüber hinaus, weil wir davon ausgegangen sind, dass es zu Verschiebungen kommen kann."

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