Bundesliga

BVB: Michael Skibbe spricht über die Trainer-Rotation

Skibbe spricht über die Trainer-Rotation beim BVB

"Ob das die bessere Option ist, davon wollen wir uns überraschen lassen"

Michael Skibbe trainiert ab der neuen Saison die U 23

Ab Sommer neuer Trainer der U 23 beim BVB: Michael Skibbe. imago images

Der 34-jährige Däne freute sich zwar, betonte aber, er hätte sich diesen Schritt gut überlegen müssen. Schließlich steckte er gemeinsam mit Preuß inmitten der Personalplanungen für die kommende Regionalliga-Spielzeit - und hatte sich noch "sehr viel Mühe gegeben", um beispielsweise Broschinski vom Wechsel zu überzeugen. "Im Januar", erzählte Tullberg, "war ich während meines Urlaubs in Cottbus und habe ihn besucht." Offenbar zeigte das Wirkung.

Tullbergs sportliches Schaffen wiederum wird vereinsintern größtenteils wohlwollend gesehen. Wenngleich Platz sieben samt durchwachsener Vorträge seiner jungen Mannschaft nicht zu den allergrößten Lobeshymnen reichen, schätzen Dortmunds Macher das akribische Vorgehen dieses Fußballlehrers, der in Deutschland schon einmal als U-19-Hauptbeauftragter fungierte. Seinerzeit bei Rot-Weiß Oberhausen und mit überzeugendem Erfolg.

Man hatte sich in einer Schlüsselposition mehr von Skibbe versprochen

"Wir halten Mike für ein großes Trainertalent", erklärte Dortmunds Nachwuchskoordinator Lars Ricken. "Es ist ein Vertrauensbeweis, dass wir ihm die U 19 geben." Gleichzeitig besetze der BVB die U 23 mit einem Trainer, "der viel Erfahrung hat". So sei es "für alle beteiligten Personen eine Win-Win-Situation", meinte Ricken. Dass Skibbe außer der wichtigsten Position im Nachwuchsbereich, der U 19, bald auch auf das Amt des Chef-Nachwuchskoordinators verzichten muss, lässt gleichwohl eine andere Deutung zu: Man hatte sich in dieser Schlüsselposition mehr von dem ehemaligen Bundesliga- und Nationaltrainer versprochen. Kommuniziert wird das in dieser Deutlichkeit nicht - es würde in Dortmund gegen die guten Sitten verstoßen, öffentlich Kritik an einem leitenden Angestellten zu äußern.

Tullberg fand zu seinem Kollegen ebenfalls allein lobende Worte ("Wir verstehen uns sehr gut") - und Skibbe betonte kollegial, die Umstrukturierungsgespräche hätten "ganz im Sinne von Borussia Dortmund" stattgefunden. "Wir waren sehr daran interessiert, den Weg der Nachwuchsabteilung weiter zu optimieren", bekräftigte er.

Warum die nun getroffenen Entscheidungen vielversprechender seien? "Wir erhoffen uns", so formulierte es Skibbe, "dass Mike den jungen Spielern Impulse geben kann." Und dass er selbst mit seiner jahrelang gesammelten Kenntnis den U-23-Akteuren "im Übergangsbereich noch schneller, noch besser in den Profibereich" verhelfen könne. Allerdings, fügte Skibbe an: "Ob das die bessere Option ist, davon wollen wir uns überraschen lassen."

Neuer Nachwuchs-Chef soll mehr Zeit investieren können

Zur Ankündigung von Ricken, es werde einen neuen Nachwuchs-Chef geben, meinte der ehemalige Bundesliga-Trainer noch, er könne diesen Posten als aktiver Trainer "nicht so gut" ausfüllen. Es sollte lieber jemand eingestellt werden, der "für die mittleren und unteren Nachwuchsmannschaften" genug zeitliche Kapazitäten übrig hätte. Dass er beruflich innerhalb des Klubs abgewertet wurde, ist eine Darstellung, der sich Skibbe nicht anschließen will. Auch wenn die Umstände eigentlich eine andere Sprache sprechen.

Leon Elspaß

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