Eishockey

Video-Konferenz mit NHL-Profis Draisaitl, Grubauer, Kahun und Rieder

Deutsches NHL-Quartett äußert sich zu besonderer Situation

Auf den Hund gekommen: Draisaitl lobt Geheimwaffe Bowie

Leon Draisaitl

Darf derzeit nicht aufs Eis: Leon Draisaitl. imago images

Edmonton, Denver, Landshut, München und Regensburg. Die vier deutschen Nationalspieler sind während der derzeitigen Spielpause verteilt über der nördlichen Hemisphäre. Auch wenn Rieder erst vor rund eineinhalb Wochen aus Calgary zurück in seine niederbayerische Heimat Landshut gereist ist, tat das nicht jeder. "Mit Hund war es in letzter Zeit schwer, in einen Flieger zu kommen", nannte Grubauer bei der von "NHL.com" organisierten Zusammenkunft einen der Gründe für seinen Verbleib im US-Bundesstaat Colorado.

Grubauer tourt durch die Rocky Mountains

Kahun entschied sich dagegen zur Heimreise, obgleich er zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs bei seinem neuen Team in Buffalo gerade eine gute Phase gehabt hatte. Nach dem Wechsel von Pittsburgh an die Niagara-Fälle erst Ende Februar habe er unter dem deutsch-kanadischen Coach Ralph Krueger, den er "schon von früher" kenne, einen guten Start und viel Spaß gehabt. Im Moment wohne er "in München, aber lebe die meiste Zeit bei meinen Eltern in Regensburg und fahre ansonsten hin und her", so der Außenstürmer.

"Manche haben vielleicht mehr Gewichte zu Hause als andere. Ich gehe viel Laufen und Fahrradfahren, das wird nach einiger Zeit zwar ein bisschen langweilig und einseitig, aber da muss man jetzt durch", meint Rieder. Sehr viel Zeit auf zwei Rädern verbringt auch Grubauer, der nach langwieriger Verletzung wieder genesen ist und bei einem Re-Start der NHL wieder eingreifen könnte. Die Tatsache, dass er in Denver, inmitten der Rocky Mountains lebe, sei ein Hauptgrund dafür gewesen, dass er sich für einen Verbleib in Nordamerika entschieden habe, obwohl es die NHL ihren Spielern freigestellt hatte, auch in ihre Heimatorte in Übersee zu reisen. "Ich habe mir extra ein neues Rad gekauft und fahre bis zu 100 Kilometer am Tag", so der Rosenheimer.

Draisaitl und sein hochkarätiger Sparringspartner

"Moderne Kommunikation": Kahun, Rieder, Grubauer und Draisaitl in der Videokonferenz.

"Moderne Kommunikation": Kahun, Rieder, Grubauer und Draisaitl in der Videokonferenz. kicker

Eishockeyspezifisches Training allerdings sei schwierig: "Ich versuche, mich jeden Tag, rund zwei Stunden zu bewegen und fit zu bleiben. Aber das ist natürlich nur beschränkt möglich. Aber irgendwie bekommen wir es schon hin. Wir vermissen Eishockey natürlich. Die meisten von uns haben wohl einen Schläger und einen Ball zu Hause, um ein bisschen 'Stickhandling' (Stocktechnik; d. Red.) zu üben", meint Draisaitl, der in der heimischen Quarantäne in Ermangelung von adäquaten Gegenspielern über einen ganz besonderen Sparringspartner verfügt.

"Ich benutze meinen Hund Bowie ein wenig als Verteidiger, um ein bisschen zu zocken. Er ist auf jeden Fall einer der besten Verteidiger, gegen die ich jemals gespielt habe", scherzt der Topscorer der NHL zum Zeitpunkt des Abbruchs, der - wie Grubauer - aufgrund der verhältnismäßig guten Trainingsbedingungen mit eigenem Kraftraum in Kanada geblieben war.

Rieder bleibt positiv

Geht es nach der Ligaleitung der NHL, wird die Saison 2019/20 im Sommer komplett zu Ende gespielt, selbst wenn dies erst einen Re-Start im Juli, vielleicht sogar August bedeuten sollte. Rieder steht dem überwiegend positiv gegenüber: "Mittlerweile ist es fast schon ein Gefühl wie im Sommer und man freut sich darauf, wenn es wieder losgeht - auch wenn es natürlich etwas anders sein wird, wenn es dann schnell gleich mit Play-offs weitergeht."

Zuletzt wurden Gerüchte laut, dass die Spieler vielleicht schon Mitte oder Ende Mai wieder in ihre Spielorte zurückbeordert werden könnten. In diesem Fall würden wohl auch Kahun und Rieder schon bald wieder zurück nach Nordamerika reisen.

jom

kicker.tv Interview

Draisaitl und Co. in der Corona-Pause - "Benutze ein bisschen meinen Hund als Verteidiger"

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