Mehr Sport

NADA: Doping-Urteil gegen Sturm kann richtungsweisend sein

Kampf wird von der WBA weiterhin als Sieg gewertet

NADA: Doping-Urteil gegen Sturm kann richtungsweisend sein

Felix Sturm (Mi.)

Felix Sturm (Mi.) am 30. April mit seinen Anwälten vor dem Landgericht Köln. picture-alliance

"Die Entscheidung des Landgerichts Köln, Felix Sturm auch wegen eines Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz und wegen Körperverletzung zu sanktionieren, ist sehr bemerkenswert", teilte die NADA mit. "Es ist ein wichtiger Meilenstein für das Anti-Doping-Gesetz und kann richtungsweisend auch für zukünftige Strafverfahren sein."

Dreijährige Haftstrafe

Sturm war am vergangenen Donnerstag wegen Steuerhinterziehung und Dopings zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt worden. Der in Leverkusen geborene Sohn bosnischer Eltern ist der erste deutsche Spitzensportler, der auf Grundlage des im Dezember 2015 erlassenen Anti-Doping-Gesetzes bestraft wurde.

Bei dem 41-Jährigen waren in einem Dopingtest nach dem WM-Kampf gegen den Russen Fjodor Tschudinow im Februar 2016 Spuren des anabolen Steroids Stanozolol nachgewiesen worden. Daraufhin brachte die NADA den Fall zur Anzeige. Das Gericht sah den Straftatbestand vorsätzlicher Körperverletzung als erfüllt an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

NADA kritisiert WBA

Die NADA monierte, dass der Fall sportrechtlich vom Boxverband WBA nicht nach den Vorgaben des weltweit geltenden Anti-Doping-Codes behandelt wurde. Sturm war weder gesperrt noch war ihm der gewonnene WM-Titel aberkannt worden. Der Kampf wurde zudem nie annulliert und wird weiterhin als Sieg für Sturm gewertet.

"Nach wie vor erkennen weder der internationale Boxsport noch der nationale Sportfachverband, in diesem Fall der Bund Deutscher Berufsboxer, den Welt-Anti-Doping-Code an. Im Profiboxsport fehlt es leider immer noch an einem von der WADA anerkannten Dopingkontrollsystem mit vorschriftsmäßigen Sanktionen", kritisierte die NADA. Das Profiboxen unterwirft sich nicht den Richtlinien der WADA, lässt aber eigene Dopingkontrollen bei Titelkämpfen vornehmen.

dpa