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Die Ligue 1 steht vor dem Saisonabbruch - Entscheidung am Donnerstag?

Meister PSG? - Al-Khelaifi: In der Champions League nur auswärts

Ligue 1 vor Saisonabbruch - Entscheidung am Donnerstag?

Wird die Ligue 1 schon bald abgebrochen?

Die Ligue 1 wird wohl abgebrochen? Premierminister Edouard Philippe deutete das am Dienstag an. imago images

Alle Sportveranstaltungen - auch Geisterspiele - sind bis Ende August untersagt. Noel Le Graet, Präsident des nationalen Verbandes FFF, nahm noch am Dienstagabend die eingeschlagene Richtung von Philippe auf. Der Zeitung "Le Telegramme" sagte er: "Wir haben den Vorstand über das informiert, was er bereits wusste: Dass die Ligue 1 und die Ligue 2 nicht mehr starten werden." Dasselbe gelte für die 3. Liga und die 1. Liga der Frauen: "Diese vier Wettbewerbe sind für diese Saison definitiv vorbei."

Später am Abend teilte auch der Ligaverband LFP mit, "in dieser Gesundheitskrise auch weiterhin dem Rat der Regierung zu folgen". Eine Sitzung, auf der über "die sportlichen und wirtschaftlichen Folgen" der Ankündigung des Premierministers beraten werden soll, wurde für Donnerstag anberaumt. Erst dann kann der Saison-Abbruch formell beschlossen werden.

In der Ligue 1 ruht seit Mitte März der Spielbetrieb. Es sind noch zehn Spieltage auszutragen, PSG muss gar noch elf Partien absolvieren. Der Tuchel-Klub führt die Tabelle mit zwölf Punkten Vorsprung auf Verfolger Olympique Marseille an. Für Tuchel wäre es der zweite Meistertitel im zweiten Jahr beim Hauptstadtklub.

Entscheidungen über Endplatzierungen der Saison 2019/20 sollen nach französischen Medieninformationen erst im Mai getroffen werden - das betrifft auch die Meisterschaft sowie Auf- und Abstiege. Während PSG von ganz oben grüßt, liegen Amiens und Toulouse auf Rang 19 und 20. In den Niederlanden hatte es in einer ähnlichen Situation weder Meister noch Auf- oder Absteiger gegeben, was auch bei Spitzenreiter Ajax für Unmut gesorgt hatte.

Ursprünglich war der Restart mit Geisterspielen für den 17. Juni geplant gewesen. Ein Saisonabbruch wäre nun für die Klubs mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden. Mehr als 100 Millionen Euro würden den Vereinen an TV-Geldern entgehen, dazu kommen fehlende Einnahmen durch Ticketing und Sponsoring.

Al-Khelaifis Vorschlag: PSG in der Champions League nur auswärts

Widerstand regte sich in Person von Lyon-Boss Jean-Michel Aulas, der sich mit einem Liga-Ende nicht abfinden will und gerne Play-offs ausgespielt sähe. Kein Wunder, Champions-League-Teilnehmer Olympique Lyon liegt nur auf Platz sieben der Tabelle und wäre international nicht mehr vertreten.

Ansonsten blieben Gegenstimmen nach den Ansagen von Philippe und Le Graet oder gar ein großer Aufschrei von den Vereinen größtenteils aus. PSG-Präsident Nasser Al-Khelaifi ließ wissen, der Klub "respektiere" die Entscheidung der Regierung, brachte bezüglich des internationalen Geschäfts aber sogleich den Vorschlag ein, die Saison in der Champions League zur Not auch komplett auswärts zu Ende zu spielen. Paris steht nach dem Achtelfinal-Sieg über Borussia Dortmund in der Runde der letzten Acht. Die Königsklasse soll bis Ende August über die Bühne gebracht werden.

msc/jch/dpa

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