Regionalliga

FC Rot-Weiß Erfurt: Zurück in die Regionalliga-Zukunft?

Trotz Insolvenz und Rückzug prüft der Klub einen Verbleib

Erfurt: Zurück in die Regionalliga-Zukunft?

Richtet seinen Blick trotz des Rückzugs doch wieder auf die Regionalliga: Insolvenzverwalter Volker Reinhardt.

Richtet seinen Blick trotz des Rückzugs doch wieder auf die Regionalliga: Insolvenzverwalter Volker Reinhardt. imago images

"Noch steht nicht fest, ob die Saison 2019/20 der Regionalliga Nordost abgebrochen oder zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende gespielt wird. Wir sind jedoch mit dem NOFV im Gespräch, um auszuloten, welche Möglichkeiten im Hinblick auf einen Verbleib in der Regionalliga bestehen", sagte Insolvenzverwalter Volker Reinhardt der Thüringer Allgemeinen. Eine entsprechende Anfrage bestätigte Holger Fuchs, Geschäftsführer des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV).

Allerdings stehen diesen Überlegungen zahlreiche ungeklärte Fragen und darüber hinaus die Tatsache entgegen, dass sich Erfurt am 29. Januar aufgrund eines Millionen-Fehlbetrags vom Spielbetrieb abgemeldet hatte. Damit war der Abstieg in die Oberliga besiegelt. Hinzu kommt, dass der Klub zum Stichtag am 5. März beim Verband keine offizielle Meldung für die Regionalliga abgegeben hatte.

Noch kein Investor und keine neuen Sponsoren

Das größte Hindernis für den insolventen Verein ist jedoch die wirtschaftliche Grundlage. Bislang konnte Reinhardt noch keinen Investor und keine neuen Sponsoren präsentieren, die den Spielbetrieb der ersten Mannschaft - egal in welcher Liga - weiterführen wollen.

Erfurts Anhänger machen mobil

Während West-Regionalligist SG Wattenscheid 09, der ebenfalls einen Insolvenzantrag gestellt und sich - wie Erfurt - mitten in der Saison aus dem Spielbetrieb zurückgezogen hatte, vorsorglich auch für die 4. Liga gemeldet, ein Trainerteam, erste neue Spieler präsentiert sowie den Kartenvorverkauf gestartet hat, fehlt all das in Erfurt noch. Aber die Anhänger machen mobil. Im Februar gründete sich der Förderverein "Fußballherz FC Rot-Weiß", der bislang mehr als 10 000 Euro sammelte. Die Initiatoren betonen, dass der Insolvenzverwalter keinen Zugriff auf die Mittel haben werde. Sollte die Rettung des FC Rot-Weiß scheitern, soll das Geld zurückgezahlt werden.

Auch darauf stellt man sich nach wie vor ein. Sogar ein neuer Verein wurde im März gegründet: der SC Rot-Weiß Erfurt. Würde der einstige Zweitligist ab Sommer nicht mit einer ersten Männermannschaft antreten und würde der Spielbetrieb auch im Nachwuchs eingestellt, plane man Gespräche mit Insolvenzverwalter Reinhardt zur Übernahme des Namens und der Marke "FC Rot-Weiß Erfurt" sowie des Vereinslogos, erklärten die elf Gründungsmitglieder. In diesem Fall würde man einen Neuanfang in der 2. Kreisklasse (11. Liga) starten.

Axel Lukacsek