2. Bundesliga

Hamburger SV: Jonas Boldt - ein klares Signal an Trainer Dieter Hecking

Weiter mit dem Trainer auch in der 2. Liga? "Natürlich kann ich mir das vorstellen"

Boldt - ein klares Signal an Hecking

Jonas Boldt und Dieter Hecking (re.)

Gemeinsam mit dem HSV zurück ins Oberhaus: Jonas Boldt und Dieter Hecking (re.). picture-alliance

Sein einjähriges Dienst-Jubiläum hat Jonas Boldt noch vor sich. Und ebenso einige bedeutungsvolle Entscheidungen. Als der Sportvorstand Ende Mai 2019 seinen Job beim HSV angetreten hat, präsentierte er als erstes ein bemerkenswertes Konstrukt mit Dieter Hecking: Der renommierte Coach unterschrieb einen Kontrakt an der Elbe, der sich Ende Juni nur im Aufstiegsfall verlängert. Im kicker-Interview (Montagsausgabe) deutet Boldt nun mehr als nur an, dass die Zukunft mit dem 55-Jährigen auch unabhängig von der Aufstiegsfrage in Hamburg liegen könnte.

Die Corona-Krise hat etliche Parameter und zeitliche Abläufe verschoben. Im Worstcase könnte der HSV bei einer Fortsetzung und Beendigung der Spielzeit zum 30. Juni direkt danach ohne Cheftrainer dastehen. Dennoch stellt Boldt klar, dass über den Vertrag des Coaches nicht vorher verhandelt wird. "Wir werden diese Entscheidung nicht vorziehen", betont der 38-Jährige. Als Grund nennt er das bewusst gewählte Konstrukt und die Zielsetzung: "Dieter und der HSV wurden im vergangenen Sommer für die Konstellation, dass sich sein Vertrag nur im Aufstiegsfall automatisch verlängert, gefeiert. Er wollte damit etwas signalisieren, das immer noch gilt: Wir wollen gemeinsam in die 1. Liga."

Ein mögliches Scheitern indes wäre für den neuen starken Mann im HSV-Vorstand keinesfalls gleichbedeutend mit dem Abschied des Trainers. "Es gibt natürlich keine Garantie für den Aufstieg, und ich weiß, dass es in Hamburg dann die Diskussionen geben würde, ob hier wieder Köpfe rollen müssen. Aber das gibt es mit uns nicht." Vielmehr nimmt Boldt das bereits vor einiger Zeit von Hecking gegebene Signal, dass er unter bestimmten Voraussetzungen auch in der 2. Liga bleiben würde, auf. "Natürlich kann auch ich mir vorstellen, dass wir die Zusammenarbeit ligaunabhängig fortführen. Wir vertrauen uns und sind dabei, gemeinsam etwas aufzubauen, es funktioniert sportlich und menschlich sehr gut."

Der gemeinsame Fokus von Boldt und Hecking bleibt bei der erhofften Wiederaufnahme der Saison die Rückkehr in die Bundesliga. "Wenn wir es am Ende dennoch nicht schaffen sollten", erklärt der Sportchef, "werden wir so offen und ehrlich wie in den zurückliegenden Monaten eine Entscheidung finden."

Das gesamte Interview mit Jonas Boldt über die Rolle von Klaus-Michael Kühne und die Schwierigkeiten und den Reiz an der Arbeit in Hamburg lesen Sie in der aktuellen Montagsausgabe des kicker - auch im eMagazine für nur 99 Cent pro Woche.

Sebastian Wolff