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Verhaegh steht vor abruptem Karriereende

Augsburgs Ex-Kapitän und der Abbruch in den Niederlanden

Verhaegh steht vor abruptem Karriereende

Der ehemalige Augsburger Paul Verhaegh im Dress von Twente Enschede.

Der ehemalige Augsburger Paul Verhaegh im Dress von Twente Enschede. imago images

"Wenn wie geplant ab 1. Juni gespielt worden wäre, hätte ich die Saison zu Ende gemacht. Aber wenn der Termin 1. September bleibt, wären das 150 oder 160 Tage bis zum nächsten Pflichtspiel. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich unter diesen Umständen noch eine Saison dranhänge", sagte Verhaegh der Augsburger Allgemeinen.

Ganz festlegen will sich Verhaegh noch nicht

Nach neun Jahren und 189 Spielen in der Bundesliga hatte der Rechtsverteidiger im vergangenen Sommer einen Einjahresvertrag in Enschede unterschrieben. In der Eredivisie kam er seitdem nur zu sieben Einsätzen, zuletzt wurde er am 7. März beim 0:1 gegen Vitesse Arnhem in der 86. Minute eingewechselt. Den Abschluss seiner Laufbahn hätte er sich anders vorgestellt. Ganz festlegen will sich Verhaegh deshalb noch nicht: "Ich muss das alles erst einmal sacken lassen und auf offizielle Informationen warten, aber die Wahrscheinlichkeit, dass ich aufhöre, wird natürlich größer."

Verhaegh wechselte 2010 von Arnhem nach Augsburg und stieg in seiner ersten Saison mit dem FCA in die Bundesliga auf. In den folgenden Jahren war der Niederländer aus dem Augsburger Team nicht wegzudenken, er übernahm das Kapitänsamt und stieg sogar zum Nationalspieler auf. Unter Louis van Gaal bestritt Verhaegh drei Länderspiele und wurde 2014 in Brasilien WM-Dritter.

Die sieben Jahre in Augsburg bezeichnet Verhaegh im Rückblick als seine "schönste Zeit". Nach 207 Pflichtspielen und 22 Toren verließ der sichere Elfmeterschütze Augsburg kurz vor Beginn der Spielzeit 2017/18 und wechselte zum VfL Wolfsburg. Dort war er im ersten Jahr Stammspieler (31 Einsätze), kam in der Saison 2018/19 aber nur noch zweimal zum Zug und wurde im Saisonfinale nach einem "internen Vorfall" vom Training freigestellt. Anschließend kehrte Verhaegh in seine Heimat zurück.

Verhaegh wurde kalt erwischt

Dort verkündete Premier Mark Rutte am Dienstag, dass alle genehmigungspflichtigen Veranstaltungen bis 1. September verboten sind. Dazu zählen alle Fußballspiele, auch Partien ohne Zuschauer sind ausdrücklich nicht erlaubt. Verhaegh, der sich seit fünf Wochen individuell zu Hause fit hält und den 1. Juni im Blick hatte, wurde von dieser Entscheidung kalt erwischt.

David Bernreuther