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64 - Schande von Gijon, ein "dummes Publikum" und der frühe, letzte Schuss

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64 - Schande von Gijon, ein "dummes Publikum" und der frühe, letzte Schuss

Horst Hrubesch (l.) trifft nach elf Minuten zum 1:0-Endstand.

Horst Hrubesch (l.) trifft nach elf Minuten zum 1:0-Endstand. imago images

Der 25. Juni 1982 war kein guter Tag für den Fußball. Bei der WM 1982 trafen Deutschland und Österreich am letzten Vorrundenspieltag aufeinander. Deutschland brauchte einen Sieg, um weiter zu kommen, Österreich durfte gegen das Nachbarland nicht allzu hoch verlieren - und so kam es dann auch.

Bereits in der 11. Minute brachte Mittelstürmer Horst Hrubesch den amtierenden Europameister in Führung, ehe sich Szenen abspielten, die kein Fußball-Fan sehen wollte. Mit fortschreitender Spieldauer wurde klar, dass beide Mannschaften mit dem Resultat zufrieden waren und sich nicht weiter wehtun wollten.

Den letzten Torschuss des Spiels gab es bereits in der 64. Spielminute. Quälend lange verstrichen die Minuten bis zum Abpfiff, in denen sich beide Teams die Bälle ohne jede Absicht nach vorne zu spielen zuschoben. Folglich blieb es beim 1:0 - und die Partie ging in die Geschichte als "Schande von Gijon" ein und steht bis heute für einen Tiefpunkt in der Fußballgeschichte beider Länder, aber auch für den gesamten Fußball.

Verärgerte algerische Fans wedelte auf den Rängen mit Geldscheinen.

Verärgerte algerische Fans wedelte auf den Rängen mit Geldscheinen. imago images

Algerien schied deswegen in der Vorrunde aus, die Österreicher erwischte es in der damals so bezeichneten 2. Finalrunde: Die Alpenrepublik verlor 0:1 gegen Frankreich und kam gegen Nordirland nicht über ein 2:2 hinaus. Deutschland hingegen spielte gegen England 0:0 und machte mit dem 2:1 gegen Spanien den Einzug ins Halbfinale perfekt.

Zum ganz großen Wurf sollte es für die DFB-Elf aber nicht reichen, denn trotz eines dramatischen Halbfinal-Duells gegen die Franzosen, musste sich die Mannschaft um Kapitän Karl-Heinz Rummenigge den Italienern im Finale von Madrid beugen. Die Squadra Azzurra gewann 3:1.

Ein Weltmeister-Titel wäre nach den Auftritten der deutschen Mannschaft bei dieser WM auch zu viel des Guten gewesen - speziell nach dem Nichtangriffspakt im Spiel gegen Österreich. Nach dem "Wie" hätte im Erfolgsfall aber bestimmt keiner wirklich gefragt, sagte doch Paul Breitner schon nach dem Abpfiff in Gijon: "Das Publikum ist dumm, wenn es nicht begreift, dass es hier nur ums Weiterkommen ging."

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